ANIMAL PLANETS - Singschwan


Systematik Vögel

Der Singschwan (Cygnus cygnus) ist ein ausgesprochen guter und ausdauernder Flieger. Singschwäne ziehen in kleinen Gruppen und formen beim Flug eine schräge Linie. Sie fliegen dabei ohne auffallendes Fluggeräusch. Singschwäne erreichen ein Alter von acht Jahren, in Gefangenschaft auch deutlich mehr.

SYSTEMATIK

  • Klasse:
    Vögel (Aves)
  • Unterklasse:
    Neuvögel (Neornithes)
  • Ordnung:
    Wasser- und Wehrvögel, Gänse- bzw. Entenvögel (Anseriformes)
  • Familie:
    Enten, Gänse, Schwäne (Anatidae)
  • Unterfamilie:
    Gänse (Anserinae)
  • Gattungsgruppe:
    Schwäne (Cygnini)
  • Gattung:
    Echte Schwäne (Cygnus) - Linné, 1758
  • Art:
    Singschwan (Cygnus cygnus) - Linné, 1758

STECKBRIEF

  • Verbreitung:
    von Island über Skandinavien bis nach Sibirien
  • Lebensraum:
    karge Tundra, Süß-, Salz- und Brackgewässer
  • Größe:
    145 bis 150 cm
  • Gewicht:
    7 bis 12 kg
  • Gefieder:
    reinweiß
  • Schnabel:
    schwarz, Wachshaut und Schnabelbasis gelb
  • Flügelspannweite:
    bis zu 200 cm
  • Flügellänge:
    ca. 60 cm
  • Stimme:
    gleichbleibende, langezogene, posaunenhafte Töne
  • Gelege:
    4 bis 7 gelblich-weiße bis bläuliche Eier, Größe 113 × 74 mm
  • Brutdauer:
    32 Tage
  • Nahrung:
    Wasserpflanzen, Kleintiere, Gräser, Wurzeln, Kräutern
  • Schutzstatus:
    nicht gefährdet

ANATOMIE:

♀♀ sind deutlich kleiner und leichter als ♂♂. Das Gefieder des Singschwanes ist reinweiß und der schwarze Schnabel trägt keinen Höcker, Wachshaut und Schnabelbasis gelb, und weist eine Länge von 9 bis 12 cm auf. Die kleinen Augen liegen gleich oberhalb des Schnabelansatzes. Der lange Hals ist gerade und nicht s-förmig.

LEBENSWEISE:

Singschwäne sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. Während der Brutzeit territorial und wie andere Schwäne sind sie außerhalb der Brutzeit gesellig und vertragen sich mit ihren Artgenossen, wobei die einzelnen Familienverbände bis zum Frühjahr zusammen blieben. Auch die Singschwäne verteidigen mit geraden Hals und aufgestellten Flügel ihr Reviere.

Die Winterquartiere befinden sich an der Ostseegebiet und entlang der Küsten und großen Seen Nordeurasiens und werden ab Mitte Oktober bezogen. In den Winterquartieren sind sie vor allem Tagaktiv.

FORTPFLANZUNG:

Die Brutgebiete der Singschwäne liegen meist auf Höhe der sibirischen Taiga. Sowohl große Seen aber auch kleine Tümpel bilden das Brutrevier. Die Brutsaison beginnt im April oder Mai. Die mit Dunen ausgepolsterten Nester werden im Schilf oder auf kleinen Inseln angelegt. Das Gelege besteht aus vier bis sieben gelblich-weiße bis bläuliche Eier. Während der Brutzeit verteidigen die Schwäne ihr Revier gegenüber Artgenossen und Feinden erbittert. Während das Weibchen brütet wacht das Männchen über das Gelege.

Singschwäne sind Nestflüchter. Sie folgen der Mutter gleich nach dem Schlüpfen und werden aber noch eine ganze Zeit von ihr gehudert. Die Jungschwäne tragen ein graubraunes Federkleid, das teilweise einen bläulichen Einschlag aufweist. Der fleischfarbene Schnabel ist wie bei den adulten Vögeln mit einer schwarzen Spitze versehen. Flugfähig sind sie nach ca. 60 bis 70 Tagen. Der Singschwan ist nach vier bis fünf Jahren geschlechtsreif.

NAHRUNG:

Der Singschwan ernährt sich von Wasserpflanzen, Gräsern, Wurzeln, Kräutern und Getreidekörner.

LITERATUR:

  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Verhoef-Verhallen Esther, Zier-Vögel Enzyklopädie, Edition Dörfler Nebelverlag GmbH., Eggolsheim

Abkürzungen:

Männchen
♂ ♂ Männchen (Mehrzahl)
Weibchen
♀ ♀ Weibchen (Mehrzahl)
ausgestorben, ausgerottet
gefährdet
PK Prachtkleid (Sommer)
SK Schlichtkleid (Winter)
ad. adult (erwachsen)
juv. juvenil (jung)
immat. immatur (heranwachsend)

Einstufungskategorien der IUCN:

  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.