ANIMAL PLANETS - Schwarzschwan, Trauerschwan


Systematik Vögel

Der Trauerschwan auch Schwarzschwan (Cygnus atratus) ist der einzige fast völlig schwarze Schwan. Der Trauerschwan kommt in Australien und auf Tasmanien vor. Mitte des 19. Jhts. wurde er in Neuseeland fest eingebürgert. In Europa und USA wird er manchmal in Parkanlagen gehalten.

Der Trauerschwan ist das offizielle Wappentier Westaustraliens und wird auch in der Staatsflagge dargestellt.

SYSTEMATIK

  • Klasse:
    Vögel (Aves)
  • Unterklasse:
    Neuvögel (Neornithes)
  • Ordnung:
    Wasser- und Wehrvögel, Gänse- bzw. Entenvögel (Anseriformes)
  • Familie:
    Enten, Gänse, Schwäne (Anatidae)
  • Unterfamilie:
    Gänse (Anserinae)
  • Gattungsgruppe:
    Schwäne (Cygnini)
  • Gattung:
    Echte Schwäne (Cygnus) - Linné, 1758
  • Art:
    Schwarz-, Trauerschwan (Cygnus atratus) - (Latham, 1790)
  • Unterart:
    † Neuseelandschwan (Cygnus atratus sumnerensis) - (Forbes, 1890)

STECKBRIEF

  • Verbreitung:
    Australien, Tasmanien, Neuseeland, in Europa und U.S.A. eingebürgert
  • Lebensraum:
    seichte Seen mit Süß- oder Brackwasser
  • Größe:
    110 bis 140 cm
  • Gewicht:
    4 bis 8,5 kg
  • Gefieder:
    schwarz
  • Flügelspannweite:
    208 - 238 cm
  • Gelege:
    4 bis 8 blassgrüne Eier
  • Brutdauer:
    5 bis 6 Wochen
  • Nahrung:
    Wasserpflanzen, Algen, Mais, Trauerweidenblätter und Gras
  • Schutzstatus:
    nicht gefährdet

ANATOMIE:

Der Trauerschwan hat außerdem den längsten Hals aller Schwäne. Die ausgewachsenen Vögel etwas kleiner als der Höckerschwan. Durch ihre etwa 31 Halswirbel können sie auch in tieferen Gewässern gründeln. Im Flugbild macht der Hals über die Hälfte der Gesamtlänge aus. Das Gefieder und die Beine sind schwarz. Von weißer Farbe sind lediglich die Schwungfedern, die aber fast immer im Gefieder versteckt sind. An den Flügelrändern haben die Tiere gelockte Federn. Der Schnabel ist leuchtend rot gefärbt und wird von einem weißen Band nahe der Schnabelspitze geziert. Die Augenfarbe variiert zwischen Orange und Hellbraun.

LEBENSWEISE:

Schwarzschwan
© Fabio Sommaruga:
   Schwarzschwan, Trauerschwan
   Quelle: pixelio.de

Außerhalb der Brutzeit ist er auch an Flüssen zu finden. Der Trauerschwan bevorzugt seichte permanente Wasserflächen. Sie benutzen ihre Stimme häufiger als der Höckerschwan, unter anderem um sich gegenseitig, verbunden mit einem Auf- und Abbewegen des Kopfes, lauthals zu begrüßen, was als „Bobbing“ bezeichnet wird.

Sie schwimmen auch in die Mitte eines Sees, legen ihren langen Hals auf das Wasser und „trompeten“ weit hörbar über das Wasser, um etwa nach einem Artgenossen zu rufen oder einfach ihren Unmut zu äußern.

Im Unterschied zu vielen anderen Wasservögeln und auch zu den anderen Schwanenarten ist der Trauerschwan kein Zugvogel. Er ist äußerst mobil, und kleine Störungen wie anhaltender Lärm veranlassen die Tiere weiterzuziehen. Dabei bleiben sie aber in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern um den alten Aufenthaltsort und halten sich somit ihr ganzes Leben lang in der Region auf, in der sie aufgewachsen sind. Sie ziehen in diesem Gebiet nur relativ kleinräumig umher, um auch auf unterschiedliche Wasserstände und nur zeitweilig vorhandene Wasserflächen zu reagieren. Auch junge Männchen verhindern es, dass sich ein weiteres Trauerschwan-Männchen neu in ihrem Revier niederlässt; lieber weichen die Tiere einander aus. In ausgesprochenen Trockenzeiten konzentrieren sie sich in Australien an der Küste in geschützten Lagunen und Buchten.

FORTPFLANZUNG:

Schwarzschwan
© Dieter Wendelken:
   Schwarzschwan, Trauerschwan
   Quelle: pixelio.de

Die Brutzeit wechselt von Gebiet zu Gebiet und passt sich an Jahreszeiten mit hohen Wasserständen an. In Deutschland zeigen Trauerschwäne noch manchmal ihren alten, australischen Rhythmus und brüten, sogar oft mit Erfolg, im Winter. Trauerschwäne brüten meist in Kolonien. Sie errichten einen großen Nesthügel, der meist inmitten eines seichten Gewässers liegt. Sie benutzen dasselbe Nest jedes Jahr wieder und bessern es nur so weit aus, wie es notwendig ist.

Wie andere Schwäne ist diese Art streng monogam. Beide Elternvögel sind am Nestbau beteiligt und sorgen für die Jungen. Das Weibchen legt vier bis acht blassgrüne Eier. Die Eier werden je nach Witterung fünf oder sechs Wochen lang abwechselnd von beiden Elternteilen bebrütet. Männchen sind eher schlechte Brüter, da sie gerne das regelmäßige Drehen und Wenden der Eier vergessen oder sich auch aus Versehen neben die Eier legen.

Männchen und Weibchen teilen sich die Sorge um die Jungvögel, die nach etwa fünf Monaten flügge sind. Die Geschlechtsreife tritt mit zweieinhalb bis drei Jahren ein, danach werden die Männchen vor allem in Gefangenschaft extrem angriffslustig und aggressiv. Die Gesamtpopulation des Trauerschwans wird von der IUCN auf 300.000 bis 500.000 Tiere geschätzt. Die Art gilt als nicht gefährdet.

NAHRUNG:

Der Trauerschwan ernährt sich von Wasserpflanzen und Algen, Weizen, Mais, Trauerweidenblätter und ufernahes Gras.

LITERATUR:

  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Verhoef-Verhallen Esther, Zier-Vögel Enzyklopädie, Edition Dörfler Nebelverlag GmbH., Eggolsheim

Abkürzungen:

Männchen
♂ ♂ Männchen (Mehrzahl)
Weibchen
♀ ♀ Weibchen (Mehrzahl)
ausgestorben, ausgerottet
gefährdet
PK Prachtkleid (Sommer)
SK Schlichtkleid (Winter)
ad. adult (erwachsen)
juv. juvenil (jung)
immat. immatur (heranwachsend)

Einstufungskategorien der IUCN:

  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.