ANIMAL PLANETS - Höckerschwan


Systematik Vögel

Der Höckerschwan (Cygnus olor) gehört zur Ordung der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Schwäne (Cygnus). Er zählt zu den größten, schwersten und flugfähigen heimischen Wasservögel. Höckerschwäne erreichen oft ein Alter von 16 bis zu 20 Jahren.

Höckerschwan
© Helmut Kaltenleitner:
   Höckerschwan
   Quelle: pixelio.de

Er ist im nördlichen Mitteleuropa, in Süd-Skandinavien, im Baltikum und im Bereich des Schwarzen Meeres beheimatet. In Asien kommt er von Kleinasien bis Nordchina vor.

Höckerschwäne werden auch als zahme Parkvögel gehalten. Die Unterart (Cygnus olor immutabilis) hat ein weißes Dunenkleid und fleischfarbene Füße. Der Grund ist ein Pigmentmangel.

SYSTEMATIK

  • Klasse:
    Vögel (Aves)
  • Unterklasse:
    Neuvögel (Neornithes)
  • Ordnung:
    Wasser- und Wehrvögel, Gänse- bzw. Entenvögel (Anseriformes)
  • Familie:
    Enten, Gänse, Schwäne (Anatidae)
  • Unterfamilie:
    Gänse (Anserinae)
  • Gattungsgruppe:
    Schwäne (Cygnini)
  • Gattung:
    Echte Schwäne (Cygnus) - Linné, 1758
  • Art:
    Höckerschwan (Cygnus olor)- (Gmelin, 1789)

STECKBRIEF

  • Verbreitung:
    Mitteleuropa, S-Skandinavien, im Baltikum, Kleinasien bis N-China, USA, Kanada, Neuseeland, Neufundland, Australien, Tasmanien, Afrika (Katanga, Südafrika, Ostsahara, Atlas)
  • Lebensraum:
    Teiche, Seen, Flüsse, Küsten und Flussmündungen mit flachem Ufer
  • Größe:
    125 bis 160 cm
  • Gewicht:
    5,5 bis zu 20 kg
  • Gefieder:
    weiß, ♂ wie ♀ gefärbt
  • Schnabel:
    orangerot
  • Merkmal:
    schwarzer Schnabelhöcker
  • Flügelspannweite:
    208 - 238 cm
  • Stimme:
    meist stumm, gelegentlich zischende bzw. schnarchende Laute
  • Gelege:
    3 bis 12 Eier
  • Brutdauer:
    5 Wochen
  • Nahrung:
    Wasserpflanzen, Muscheln, Schnecken, Wasserasseln, Gras
  • Schutzstatus:
    ungefährdet

ANATOMIE:

Das Gefieder ist bei ♂♂ und ♀♀ einheitlich weiß. Durch den orangerot gefärbten Schnabel mit schwarzer Schnabelspitze und einen schwarzen Höcker kann er von anderen Schwänen unterschieden werden. Der Höcker ist beim Männchen größer als beim Weibchen. Der Hals wird beim Schwimmen S-förmig gekrümmt. Die Beine sind schwarz gefärbt. Die Jungschwäne haben graubraunes Gefieder und der Schnabel ist fleischfarben und färbt sich erst später orange. Der Höckerschwan kann ein hohes Alter erreichen, 20 Jahre sind keine Seltenheit.

LEBENSWEISE:

Diese halbdomestizierten Vögel sind meist Teilzieher. Mitteleuropäische Schwäne bleiben auch im Winter, Höckerschwäne von N-Europa (skandinavische und osteuropäische Population) ziehen im Winter nach Westen und jene aus Zentralasien nach Süden. Sie sind in Europa vor allem nördlich des 46. Breitengrades anzutreffen.

Der Höckerschwan lebt auf vielen Teichen, Seen und Flüssen. Nicht domestizierte Vögel leben heute in großen Kolonien an Küsten und Flussmündungen sowie an allen Binnengewässer mit flachem Ufer.

FORTPFLANZUNG:

Höckerschwan-Paare binden sich auf Lebenszeit. Zwischen März und Juni liegt die Brutzeit. Das Nest wird von beiden Eltern nahe dem Wasser, auf kleinen Inseln oder im seichten Wasser gebaut. Die drei bis zwölf Eier werden etwa 36 Tage lang vom Weibchen bebrütet und das Männchen hält Wache. Die Jungvögel sind Nestflüchter und werden dann fünf Monate lang bis zum Flüggewerden von den Eltern betreut. Die Höckerschwäne sind während der Brutzeit sehr aggressiv und verteidigen ihr Territorium auch gegen Menschen, dabei stellen sie beim Drohen die Flügel segelartig über den Rücken auf und stoßen Fauchlaute aus und können mit gezielten Schlägen ihrer Schwingen sogar menschliche Knochen brechen. Der Höckerschwan kann bis zu 20 Jahre alt werden.

NAHRUNG:

Höckerschwäne fressen Wasserpflanzen, Muscheln, Schnecken, Wasserasseln, Gras.

LITERATUR:

  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Verhoef-Verhallen Esther, Zier-Vögel Enzyklopädie, Edition Dörfler Nebelverlag GmbH., Eggolsheim

Abkürzungen:

Männchen
♂ ♂ Männchen (Mehrzahl)
Weibchen
♀ ♀ Weibchen (Mehrzahl)
ausgestorben, ausgerottet
gefährdet
PK Prachtkleid (Sommer)
SK Schlichtkleid (Winter)
ad. adult (erwachsen)
juv. juvenil (jung)
immat. immatur (heranwachsend)

Einstufungskategorien der IUCN:

  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.