ANIMAL PLANETS - Baum-, Weißkehl-, Virginiawachtel


Systematik Vögel

Die Virginiawachtel (Colinus virginianus) gehört zur Familie der Zahnwachteln (Odontophoridae).

Die Virginiawachtel zählt zu den wichtigsten Federwildarten Nordamerikas. Im Bundesstaat Tennessee wurde ihr der Titel »official game bird« (offizieller Wildvogel) verliehen. Die Wachtel wurde in Frankreich und in Italien in der Po-Ebene erfolgreich eingebürgert.

STECKBRIEF

  • Verbreitung:
    USA (NO) bis N-Mexiko, Guatemala, Kuba, eingebürgert in Frankreich und Italien
  • Lebensraum:
    Brachfeldern, buschreiches Wiesengelände, lichte Wälder, in Parkanlagen
  • Größe:
    ca. 22 - 25 cm
  • Stimme:
    Ruf ein lauter, zweisilbiger Pfiff »Bob-white«
  • Gewicht:
    140 - 200 g
  • Gelege:
    7 bis 15 Eier, cremeweiß
  • Brutdauer:
    22 bis 23 Tage
  • Nahrung:
    Sämereien, Gräser, Insekten
  • Schutzstatus:
    stark bedroht, wird gejagt.

ANATOMIE:

Die Kehle und der Augenbogenstreifen beim ♂ ist weiß, rotbrauner Kropf, rotbraune Brust und Oberrücken. Beim ♀ ist der Überaugenstreift und die Kehle gelblich gefärbt, der Rest ist ähnlich dem Hahn. Bei der Virginiawachtel beträgt die Flügelspannweite 36 bis 41 cm und besitzen ein braun gesprenkeltes Gefieder mit hellerer Unterseite. Die Musterung beim Männchen fällt kräftiger aus als beim Weibchen.

UNTERARTEN DER VIRGINIAWACHTEL:

  • Kubawachtel (Colinus virginianus cubanensis) - Gray, 1846
    Kuba
  • Schwarzbrust-Zahnwachtel (Colinus virginianus pectoralis) - Gould, 1843
    Mexiko (Veracruz)
  • Schwarzmaskenwachtel, Ridgwaywachtel (Colinus virginianus ridgwayi) - Brewster, 1885
    von USA (Arizona) bis Mexiko (Sonora)
  • Texaswachtel, Mexikanische Baumwachtel (Mexican bobwhite) (Colinus virginianus texanus) - Lawrence, 1853
    USA (Texas) und Mexiko
  • Virginia Baumwachtel (Colinus virginianus virginianus) - Linné, 1758
    USA
  • (Colinus virginianus aridus) - Aldrich, 1942
    Mexiko
  • (Colinus virginianus atriceps) - Ogilvie-Grant, 1893
    Mexiko (Oaxaca)
  • (Colinus virginianus coyolcos) - Statius Müller, 1776
    Mexiko
  • (Colinus virginianus floridanus) - Coues, 1872
    USA (Florida), Bahamas
  • (Colinus virginianus godmani) - Nelson, 1897
    Mexiko (Veracruz)
  • (Colinus virginianus graysoni) - Lawrence, 1867
    Mexiko
  • (Colinus virginianus harrisoni) - Orr & Webster, 1968
    Mexiko (Oaxaca)
  • (Colinus virginianus insignis) - Nelson, 1897
    Mexiko (Chiapas), Guatemala
  • (Colinus virginianus insulanus) - Howe, 1904
    USA (Florida)
  • (Colinus virginianus maculatus) - Nelson, 1899
    Mexiko
  • (Colinus virginianus marilandicus) - Linné, 1758
  • (Colinus virginianus mexicanus) - Linné, 1766
  • (Colinus virginianus minor) - Nelson, 1901
    Mexiko (Chiapas)
  • (Colinus virginianus nigripectus) - Nelson, 1897
    Mexiko
  • (Colinus virginianus salvini) - Nelson, 1897
    Mexiko (Chiapas)
  • (Colinus virginianus taylori) - Lincoln, 1915
    USA (Missouri, South Dakota, Texas)
  • (Colinus virginianus thayeri) - Bangs & J. L. Peters, 1928
    Mexiko (Oaxaca)

LEBENSWEISE:

Die Nacht verbringen die Virginiawachteln gemeinsam in einer geschützten Erdmulde. Dabei legen sie sich kreisförmig zusammen, und zwar so, dass die Köpfe nach außen zeigen. So wird ein Feind rasch erkannt und die Wachteln fliegen dann nach allen Himmelsrichtungen auseinander. Diese angeborene »Igelstellung« nehmen bereits die Küken im Alter von einem Tag ein. Virginiawachteln nehmen auch gerne Sandbäder.

FORTPFLANZUNG:

Im Frühling ertönt von erhöhter Stelle von den ungepaarte männliche Virginiawachteln ihren lauten Ruf »Bob-weit«. Das ♀ wird vom ♂ von vorn und hinten angebalzt. Bis zu fünfzehn weiße Eier werden vom Weibchen dreiundzwanzig Tage, selterner auch vom Hahn, bebrütet. Die Wachtelküken sind Nestflüchter und folgen der Mutter sofort. Sie können bereits wenige Tage nach dem Ausschlüpfen fliegen und nach acht Wochen sind sie ausgewachsen.

NAHRUNG:

Sämereien aller Art

HALTUNG/ZUCHT:

Die Virginiawachteln sind robuste Vögel und können in einer geräumigen und mit Sträuchern bepflanzten Gemeinschafts-Außenvoliere mit einem gut geschützten Schlag untergebracht werden, da sie die fliegenden Mitbewohner in Ruhe lassen. Sie nehmen gerne Sandbäder. Virginiawachtel sind keine fürsorgliche Eltern. Nach vier Wochen besorgen sich die Jungen bereits selbst Nahrung und können von den Eltern getrennt werden.

Als Nahrung eignet sich Wachtel-, Hühneraufzucht- und Grünfutter, weiters Insekten, Grit und "Magenkiesel" (Kalkbedarf!). Jungtiere lassen sich mit Insekten, tropischen Sämereien, Aufzuchtfutter und Weichfutter leicht aufziehen

ANMERKUNG:

Virginiawachtel werden in USA in Farmen gezüchtet und zur Jagd ausgesetzt. Durch die Züchtung gibt es verschiedene Farbvarianten, z.B weiß, isabellfarben (blond), kastanienbraun (rot), gescheckt, gestreift (Barred), silber, grau, schwarz, rotbraun (Red Tennessee), orange, etc.

LITERATUR:

  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Verhoef-Verhallen Esther, Zier-Vögel Enzyklopädie, Edition Dörfler Nebelverlag GmbH., Eggolsheim

Abkürzungen:

Männchen
♂ ♂ Männchen (Mehrzahl)
Weibchen
♀ ♀ Weibchen (Mehrzahl)
ausgestorben, ausgerottet
gefährdet
PK Prachtkleid (Sommer)
SK Schlichtkleid (Winter)
ad. adult (erwachsen)
juv. juvenil (jung)
immat. immatur (heranwachsend)

Einstufungskategorien der IUCN:

  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.