ANIMAL PLANETS - Pfaue


Systematik Vögel

Der Pfau ist der älteste Ziervogel der Welt. Vor viertausend Jahren kam er von Indien zu den Mittelmeervölker. Bereits in den Sagen der griechischen Antike wurde der Pfau erwähnt. Während der Pfau in der frühchristlichen Kunst die Auferstehung das Fleisches symbolisierte, gilt er heute als Sinnbild der Eitelkeit und Arroganz.

Blauer Pfau
© Sonja Schaden: Blauer Pfau
   Quelle: pixelio.de

Pfaue bezeichnet eine Gruppe von großen Hühnervögeln, dazu gehören die Gattung Asiatische Pfaue (Pavo) mit der Art Blauer Pfau (Pavo cristatus) und Ährenträgerpfau, auch Grüner Pfau (Pavo muticus) genannt, die allerdings beide in mehrere Unterarten unterteilt sind. Der Blaue Pfau (auch Gemeiner Pfau) gelang es sich an das Leben mit dem Menschen anzupassen und so sind sie oft in Gärten und Parkanlagen zu finden. Der Ährenträgerpfau (Pavo muticus) ist durch Zerstörung seiner Waldlebensräume und Bejagung in Südostasien bedroht.

ARTEN

  • Blauer Pfau (Pavo cristatus)
  • Ährenträgerpfau, Grüner Pfau (Pavo muticus)

STECKBRIEF

  • Verbreitung:
    Indien, Sri Lanka, Vietnam, Java, Europa
  • Lebensraum:
    Regenwälder, dschungelartigen Landschaft, Kulturland, in Wassernähe, Parkanlagen und Zoo's
  • Größe:
    ♂ 180 - 230 cm; ♀ 90 - 100 cm
  • Gewicht:
    ♂ 4,1 - 6,0 kg; ♀ 2,7 - 4,0 kg
  • Gefieder:
    20 Schwanzfedern, sehr lange Oberschwanzdecken, am Ende mit bunten Augenflecken, werden in der Balz zum fächerförmigen Rad gespreizt.
  • Gelege:
    4 bis 6 (max. 8) Eier, cremeweiß, dickschalig
  • Brutdauer:
    28 Tage
  • Nahrung:
    Samen, Früchte, Gräser, kräuter, Knospen, Blüten, Insekten, kleine Wirbeltiere (junge Kobras)
  • Schutzstatus:
    Bestand nimmt in letzter Zeit ab, wird als "nicht gefährdet" eingestuft.

ANATOMIE:

Die ♂♂ haben einen verlängerten Schwanz, die Schleppe genannt wird und aus etwa 150 - 200 Federn besteht. Es sind die Oberschwanzdeckfedern, welche länger als die Steuerfedern werden. Am Ende jeder dieser Federn befindet sich ein "Auge". Diese Augen beeindrucken die Weibchen und schrecken Feinde ab, indem sie die Augen von großen Säugetieren imitieren. Das gleiche Prinzip benutzt auch das Tagpfauenauge (Schmetterling), das auch seinen Namen vom Pfau hat.

Die Hennen tragen keine Schleppe. Die Farben der Oberschwanzdeckfedern kommen durch unterschiedliche Lichtbrechung in den Luftkammern zustande. Werden diese Luftkammern zerstört erscheinen die Federn nur noch dunkelgrau. Die ♀♀ besitzen keine verlängerten Schwanzfedern. Beide Geschlechter tragen eine kleine Federkrone auf dem Scheitel. ♂♂ im Prachtkleid von der Schnabelspitze bis zum Ende der angelegten Oberschwanzdecken über 2 m lang. Der blaue Pfau hat einen stark entwickelten Geruchs- und Gehörsinn.

LEBENSWEISE:

Als Wildvogel bevorzugt der Pfau dichten Dschungel auf hügeligem Gelände in der Nachbarschaft von Wasser. Er wird auf Grund seines prächtigen Gefieders, Verträglichkeit mit anderen Vögel, seiner Standorttreue, unempfindlich gegen Klimaschwankungen und der leichten Zucht in großen Parkanlagen gehalten. Die meiste Zeit im Jahr leben die Pfauen in Familienverbänden in Vielehe bzw. in kleinen Gruppen. Zum Einzelgänger wird er nur zur Brutzeit. Da verteidigt er kampflustig sein Revier vor unerwünschten Eindringlinge.

Diese kleinen Reviere von der Größe von 0,05-0,50 ha liegen in der Mitte von offenen Lichtungen im Wald oder im Dickicht. In Indien warnen die Pfaue vor Tigern etc. und sie fressen kleine Kobras. Männliche Pfauen können fliegen, jedoch weder weit noch hoch. Bei Gefahr erheben sie sich in die Luft, flüchten ins Gebüsch oder suchen auf einem Baum Schutz. Um vor Raubtieren in der Nacht geschützt zu sein, schlafen sie auf den Bäumen.

FORTPFLANZUNG:

Bei der Balz spreizt der Hahn seine zirka 200 schillernden Federn (Schleppe) wie einen Fächer auf, dabei dreht er sich langsam um die eigene Achse und 'schlägt ein Rad' um die Hennen zu beindrucken. Da die Zahl der Augenflecken mit dem Alter steigt, wählen die Weibchen nicht nur das extravagante Männchen, sondern auch einen der erfahrensten Männchen.

Jede Henne legt etwa vier bis acht Eier in ein Nest im dichten Unterholz und brütet diese aus. Der Hahn kümmert sich nicht mehr weiter um seine Nachkommen. Männliche Nachkommen entwickeln erst zum Ende des zweiten Lebensjahres das Gefieder. Die Schleppe bildet sich ab dem dritten Lebensjahr und wächst noch zwei bis fünf Jahre.

Der Nachwuchs wächst langsam und hält sich meistens unter dem Schwanz der Mutter auf. Die jungen Küken haben ein helles, isabellbraunes Nest- oder Dunenkleid, welches auf der Oberseite etwas dunkler ist. Nach einem Monat bekommen die Küken ihre Krone. Männlichen Jungvögel sind ähnlich wie die Pfauen-Weibchen gefärbt. Die Geschlechtsreife erfolgt bei beiden Geschlechtern erst mit drei Jahren.

NAHRUNG:

Pfaue fressen Samen, Früchte, Gräser, Kräuter, Knospen, Blüten, Insekten, kleine Wirbeltiere (junge Kobras)

LEBENSERWARTUNG:

Asiatische Pfauen können über 20 Jahre alt werden. In Gefangenschaft erreichen sie ein Alter von 25 - 30 Jahre.

HYBRIDE:

  • Schwarzflügelpfau
    Seit 1823, beim Hahn Schulter-, Flügel- und Armdeckfedern schwarz mit grün und blau glänzenden Säumen. Hennen sind viel heller gefärbt, unterseite fast weiß.
  • Weißer Pfau
    Kein Albino ist der Weiße Pfau, sondern eine rezessive Mutation, da seine Iris dunkel und nicht rot ist.
  • Spalding-Pfau
    Hybrid zwischen Schwarzflügel- und Ährenträgerpfau, unbegrenzt fruchtbar und fortpflanzungsfähig.
Blauer Pfau und Ährenträgerpfau sind miteinander kreuzbar. Eine durch Mutation entstandene Art des Blauen Pfau (Pavo cristatus) ist der Schwarzflügelpfau (Pavo cristatus mut. nigripennis). Er lässt sich mit dem Ährenträgerpfau (Pavo muticus) kreuzen. Es entsteht der sogenannte Spaulding oder Spalding.

Der ursprüngliche "Spalding" war eine Kreuzung zwischen einem weiblichen Schwarzflügelpfau und einem männlichen Exemplar eines Ährenträgerpfaues. In den Vereinigten Staaten von Amerika werden viele Mutationen gezüchtet.

Beispiele einiger Mutationen:

  • Blau gescheckter Pfau (Pavo cristatus mut. pied)
  • Bronze Pfau (Pavo cristatus mut. Bronze)
  • Bronze-creme Pfau
  • Buff Pfau
  • Cameo Pfau
  • Hafer Pfau (Pavo cristatus mut. oaten)
  • Midnight Pfau (Pavo cristatus mut. negripennis and midnight)
  • Opal Pfau (Pavo cristataus mut. opal)
  • Opalweißaugenspaldingpfau
  • Purple
  • Schwarzflügelpfau gescheckt (Pavo cristatus mut. pied and negripennis)
  • Violetter Pfau
  • Violetter Spaldingpfau
  • Violetter Schwarzflügelpfau
  • Weißer Pfau (Pavo cristatus mut. alba)

LITERATUR:

  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Verhoef-Verhallen Esther, Zier-Vögel Enzyklopädie, Edition Dörfler Nebelverlag GmbH., Eggolsheim

Abkürzungen:

Männchen
♂ ♂ Männchen (Mehrzahl)
Weibchen
♀ ♀ Weibchen (Mehrzahl)
ausgestorben, ausgerottet
gefährdet
PK Prachtkleid (Sommer)
SK Schlichtkleid (Winter)
ad. adult (erwachsen)
juv. juvenil (jung)
immat. immatur (heranwachsend)

Einstufungskategorien der IUCN:

  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.