ANIMAL PLANETS - Helmperlhuhn (Numida meleagris)


Systematik Vögel

Das Perlhuhn (engl.: Guinea-Fowl) stammt aus Afrika und kommt dort in Savannen und Halbwüsten vor. Seit zweitausend Jahren wurde das Perlhuhn in Griechenland, und ca. 200 vor Chr. auch in Italien, als Hausgeflügel gehalten. Es waren zwei Rassen bekannt: mit roten Kehllappen (Meleagris) und mit blauen Kehllappen (Numida).

BEZEICHNUNG IN:

Englisch: Helmeted Guineafowl

Perlhuhn
© Stefanie Junker: Perlhuhn
   Quelle: pixelio.de

Inzwischen ist das Helmperlhuhn seit dem 18. Jahrhundert auch in Deutschland, England, Frankreich, Italien und Spanien auf Bauernhöfen anzutreffen. Auffälliges Merkmal der Perlhühner ist ihr nackter, pigmentierter Kopf.

Perlhühner sind tagaktive Bodenbewohner, die als Schlafplätze Bäume benutzen. Sie zeigen in den frühen Morgenstunden und am späten Abend die größte Aktivität, nur während der Mittagshitze ruhen sie. Es bevorzugt warme, trockene und offene Lebensräume wie Savannen. Das Gelegebesteht aus ca. 20 bis 30 Eier wird vom Weibchen ca. 26 bis 28 Tage bebrütet. Lebenserwartung beträgt in freier Natur bis zu 12 Jahre. Die domestizierte Form des Helmperlhuhns ist das Hausperlhuhn.

Helmperlhuhn
© BS Thurner Hof:
   Helmperlhuhn
   Quelle: BS Thurner Hof

Das gesellige Helmperlhuhn (Numida meleagris) ist die am bekannteste und weit verbreiteste Art. Am Schnabelwinkel nackter Hautlappen, auf dem Scheitel hornfarbener Helm. Kopf und Hals sind weitgehend unbefiedert, die nackte Haut ist bläulich, blauweiß und rötlich gefärbt. Das schwärzlichgraue Gefieder ist mit zahlreichen weißen Sprenkeln gemuster. Küken haben ein braunes Flaumgefieder. Die Unterarten unterscheiden sich vor allem in der Ausdehnung und Färbung der federlosen Hautpartien. Der Gesamtbestand des Helmperlhuhns wird von der IUCN auf 1,0-2,5 Millionen Tiere geschätzt. Diese Art gilt als "nicht gefährdet".

STECKBRIEF

  • Verbreitung:
    Afrika, südlich der Sahara, Westmarokko, auf den Kapverden, Karibischen Inseln, Südwest-Arabien, auf Madagaskar und den Großen Antillen ausgesetzt.
  • Lebensraum:
    warme, trockene und offene Lebensräume wie Waldränder, Savannen, Steppen, Halbwüsten
  • Länge:
    53 - 63 cm
  • Gefieder:
    schwarz mit weißen Tupfen besetzt
  • Lebenserwartung:
    10 Jahre
  • Gewicht:
    1,15 - 1,6 kg
  • Gelege:
    12 - 15 Eier, gelblich bis fahlbraun und dunkel gesprenkelt, manchmal jedoch auch weiß. Nester mit 20 bis 50 Eier wurden von mehreren Weibchen gelegt.
  • Eigewicht:
  • Brutdauer:
    27 Tage, Die Eier sind . Das Weibchen beginnt zu brüten nachdem alle Eier gelegt sind. Die Brut dauert etwa 24 bis 28 Tage. Die Jungvögel erreichen nach 30 Wochen das Gewicht der Alten.
  • Nahrung:
    Allesfresser, Samen, Knollen, Zwiebeln, Wurzeln, Getreide, Insekten (meist Termiten und Grashüpfer), Schnecken, Tausendfüßer. Anteil von tierischer Nahrung beträgt ungefähr 12 %.
  • Schutzstatus:
    nicht gefährdet

UNTERARTEN DES HELMPERLHUHNS:

  • Natal Helmeted Guineafowl (Numida meleagris coronata | Numida meleagris coronatus) - (Gurney, 1868) - östliches Südafrika
  • Damara Helmeted Guineafowl (Numida meleagris damarensis | Numida meleagris papilosus) - (Reichenow, 1894) - Botswana, Namibia, Südangola
  • Guinea-Helmperlhuhn [West African Guineafowl] (Numida meleagris galeata | Numida meleagris galeatus) - (Pallas, 1767) - Westafrika, Senegal bis zum Tschad und Nordangola
  • Marungu Helmeted Guineafowl (Numida meleagris marungensis) - (Schalow, 1884) - Kongobecken, West-Angola und Sambia
  • Sudan-Pinselperlhuhn [Saharan Helmeted Guineafowl] (Numida meleagris meleagris) - (Linné, 1758) - Sudan, Eritrea, Äthiopien, nördliches Kongo, Uganda und nördliches Kenia - blaue Kopf- und Halsseiten, mittellanger Helm, schwarze Kehlhaut, am Hinterkopf eine Halskrause aus büschelartigen Federn, blaue rundliche Schnabelwinkellappen und ein Borstenhaarbüschel auf dem Schnabelfirst (→ "Pinsel").
  • Tufted Guineafowl (Numida meleagris mitrata | Numida meleagris mitratus) - (Pallas, 1764)
    östliches Mosambik, Sambia, Südangola, Tansania
  • Reichenow's Helmeted Guineafowl (Numida meleagris reichenowi) - (Ogilvie-Grant, 1894) - Kenia und mittleres Tansanien
  • Marokko-Helmperlhuhn [Saby's Helmeted Guineafowl] (Numida meleagris sabyi) - (Hartert, 1919)
    nordwestliches Marokko
  • Somali Tufted Guineafowl (Numida meleagris somaliensis) - (Neumann, 1899)
    Somalia und der Nordosten Äthiopiens

LITERATUR:

  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Verhoef-Verhallen Esther, Zier-Vögel Enzyklopädie, Edition Dörfler Nebelverlag GmbH., Eggolsheim

Abkürzungen:

Männchen
♂ ♂ Männchen (Mehrzahl)
Weibchen
♀ ♀ Weibchen (Mehrzahl)
ausgestorben, ausgerottet
gefährdet
PK Prachtkleid (Sommer)
SK Schlichtkleid (Winter)
ad. adult (erwachsen)
juv. juvenil (jung)
immat. immatur (heranwachsend)

Einstufungskategorien der IUCN:

  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.