ANIMAL PLANETS - Wachtel


Systematik Vögel

Die Wachtel (Coturnix coturnix) gehört zur Familie der Fasanartigen (Phasianidae). Wachteln sind die einzigen Zugvögel (Teilzieher) unter den Hühnern. Sie sind Langstreckenflieger und überwintern in Afrika (Sahel-Zone). Die Wachtel ist in fünf Unterarten in Eurasien und Afrika verbreitet.

Wachtel
© Amanleian: Wachtel
   Quelle: pixelio.de

In den Mittelmeerländern gilt die Wachtel wegen ihrer Eier und ihres Fleisches als Delikatesse und wird gefangen, wodurch ihre Bestände stark abgenommen haben.

In Japan wird sie als Eier- und Fleischlieferant gezüchtet. In einigen Ländern, z.B. Deutschland, gehört die Wachtel zu den geschützten Arten. Wachteln erreichen ein Alter von 3 Jahren in der freien Wildbahn und von 5 Jahren als Haustier. Die europäische Population beträgt ca. 641.000 - 876.000 Paare.

STECKBRIEF

  • Verbreitung:
    Süd-, Mittel- und Osteuropa
  • Lebensraum:
    Äcker, Wiesen, Steppen, Halbwüsten
  • Größe:
    ca. 15 - 18 cm
  • Flügelspannweite:
    32 - 35 cm
  • Gewicht:
    70 - 150 g
  • Gelege:
    6 bis 10 Eier, grünlich bis cremefarben mit dunklen Flecken
  • Brutdauer:
    16 bis 18 Tage
  • Nahrung:
    Sämereien, Gräser, Insekten
  • Schutzstatus:
    nicht gefährdet

ANATOMIE:

♀ vorwiegend braun ♂ mit variabler dunkelbrauner bis schwarzer Zeichnung am Kopf, Henne und Juv. auf der Brust gefleckt. Schnabel horngrau, Beine rosa getönt. Juv. unterscheidet sich von juv. Rebhühnern durch gelbliche Kopfstreifung und braunen, nicht rotbraunen Schwanz und vom Laufhühnchen durch die hellere Brust und gestreifte, nicht gepunktete, Flanken.

LEBENSWEISE:

Die Wachtel bevorzugt ursprünglich offenes Grasland, feuchte Wiesen und Zwergbuschsteppen, doch hat sie sich dem vom Menschen geschaffene Landschaft angepasst und bevölkert jetzt auch Klee-, Luzerne- und Getreidefelder, trockene Wiesen und verkrautes Brachland. Sie ist in bis zu 2.000m Seehöhe anzutreffen.

Lebt versteckt. öfter zu hören als zu sehen. Häuftigster Ruf ein dreisilbiges »pick werwick«. Beim erschreckten Auffliegen manchmal klingend »pick krüü«. Das tiefe »brüt-brüt« der Henne ist nur aus der Nähe zu hören.

Anfang September bis Ende Oktober fliegen die Wachteln in Scharen dicht über den Boden Richtung Süden. Die Zugwege der verschiedenen Populationen sind kompliziert. Manche Wachtelbevölkerung ziehen bis in den Sudan und des nordöstlichen Afrika aus.

FORTPFLANZUNG:

Die Henne legt Ende April Anfangs Mai in einer flachen Bodenmulde acht bis dreizehn braun gefleckte, cremefarbene Eier. Um Brut und Aufzucht kümmert sich die Henne. Die Brutzeit beträgt 17 bis 20 Tage. Die jungen Wachteln sind Nestflüchter und sind bereits nach ca. 19 Tage flügge. Manchmal erfolgen zwei Bruten im Jahr. Wachteln leben außuerhalb der Brutzeit recht gesellig. Auch nachts ist der Balzruf »bick-bibick« des ♂zu hören.

NAHRUNG:

Wachteln ernähren sich von Samen und Insekten.

LITERATUR:

  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Verhoef-Verhallen Esther, Zier-Vögel Enzyklopädie, Edition Dörfler Nebelverlag GmbH., Eggolsheim

Abkürzungen:

Männchen
♂ ♂ Männchen (Mehrzahl)
Weibchen
♀ ♀ Weibchen (Mehrzahl)
ausgestorben, ausgerottet
gefährdet
PK Prachtkleid (Sommer)
SK Schlichtkleid (Winter)
ad. adult (erwachsen)
juv. juvenil (jung)
immat. immatur (heranwachsend)

Einstufungskategorien der IUCN:

  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.