ANIMALS PLANET - Lama


Lama
© Hörnchen: Lama
   Quelle: pixelio.de

Das Lama lebt in den Anden (Gebirgszug in S-Amerika) und ist eine höchstwahrscheinlich vom Guanako abstammende Haustierform. Es wird so vermutet, da die heutigen Populationen fast alle mit Guanakos, Alpakas und Vikunjas vermischt sind und diese alle untereinander fruchtbar sind.


GESCHICHTE:

Bereits im dritten Jahrtausend vor Christus kam es zur Domestizierung des Lamas. Für die Inkas war das Lama von überragender Bedeutung, so fielen die Grenzen des Inka-Reichs mit denen des für Lamas geeigneten Lebensraums zusammen.

Was den südamerikanischen Indianer das Lama ist, ist dem Mongolen das Trampeltier, dem Beduinen das Dromedar und den Lappen das Ren. Das Lama diente vor allem willig als Lasttier und liefert auch die Wolle und Fleisch. Weitere Produkte von den Lamas sind Kerzen (aus dem Fett), Leder (Haut) und der Dung (Brennstoff). Das Lama wurde zu einem Tier der armen indianischen Bevölkerung.

Wenn Lamas spucken fühlen sie sich belästigt oder sie versuchen bei Rangordnungen aufdringliche Artgenossen auf Distanz zu halten. Zur Vorwarnung wird nur Speichel gespuckt. Meistens wird in kleinen Mengen halb verdauter Mageninhalt gespien. Die halbflüssige, grünliche Masse ist übel riechend.

KÖRPERBAU UND FUNKTION:

Lamas erreichen eine Schulterhöhe von 110cm bis 120cm, manchmal sogar auch bis 130cm und ein Gewicht von 120kg bis 150kg. Im Gegensatz zu den Altweltkamelen (Dromedar und Trampeltier) haben Lamas keinen Höcker. Wie bei den meisten Haustieren ist auch beim Lama die Farbe sehr variabel. Es gibt einfarbig weiße, braune und schwarze Lamas sowie solche, die in diesen Farben gefleckt oder sonstwie gemustert sind. Auch gepunktete Lamas kommen vor. Wie Altweltkamele haben Lamas an den Füßen Sohlenpolster (Tylopoden), und ihre Oberlippe ist gespalten und sehr beweglich.

NAHRUNG:

Lamas sind sehr genügsame Tiere, die sich von Gräsern, krautigen Pflanzen, Sträuchern, Flechten, Blättern und Pilzen ernähren.

FORTPFLANZUNG:

Die Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit zwei Jahren. Nach einer Tragezeit von 11 bis 12 Monaten wird ein Fohlen geboren. In extrem seltenen Fällen gibt es Zwillingsgeburten.

SYSTEMATIK:

  • Klasse:
    Säugetiere (Mammalia)
  • Unterklasse:
    Lebendgebärende Säuger (Theria)
  • Teilklasse:
    Plazentatiere (Eutheria)
  • Überordnung:
    (Laurasiatheria)
  • Ordnung:
    Paarhufer (Artiodactyla)
  • Unterordnung:
    Schwielensohler (Tylopoda)
  • Familie:
    Kamele (Camelidae)
  • Gattung:
    (Neuwelt-)Lamas, (Lama) Linné,1758
  • Art:
    Lama (Lama glama)

Systematik laut Grzimeks Tierleben (veraltet):

  • Gattung:
    Lama (Lama)
  • Art:
    Guanako (Lama guanicoë), (Müller, 1776)
  • Unterart:
    Lama (Lama guanicoë glama), (Linné, 1758)
  • Unterart:
    Alpaka (Lama guanicoë pacos), (Linné, 1758)
  • Art:
    Vikunja (Lama vicugna), (Molina, 1782)

LITERATUR:

  • Macdonald David (Hg.), Die große Enzyklopädie der Säugetiere, KÖNEMANN in der Tandem Verlag GmbH, Königswinter 2004
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Säugetiere 4, Band 13, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Säugetiere, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001