ANIMALS PLANET - Alpaka


Alpaka
© tilt: Alpakas
   Quelle: pixelio.de

Man vermutete, dass das Guanako als gemeinsamen Vorfahren des Lamas und des Alpakas war. Durch DNA-Untersuchungen wurde bestätigt, wonach das Alpaka vom Vikunja abstamme. Die Domestikation der Alpakas setzte wie die der Lamas schon um 3000 v. Chr. ein.


Während das Lama den südamerikanischen Zivilisationen vor allem als Lasttier diente, wurde das Alpaka wegen seiner Wolle gezüchtet. Bei den Inka galt ein Alpaka-Mantel als Zeichen des Wohlstands; allerdings war der herrschenden Kaste die noch feinere Wolle der Vikunjas vorbehalten. Das Volk der Inka züchtete große Alpakaherden. Dies änderte sich mit der Eroberung Perus durch die Spanier. Die Eroberer brachten Schafe mit und zeigten kein Interesse daran, die einheimischen Nutztiere zu erforschen; so wurde das Alpaka zu einem Tier der armen, indianischen Bevölkerung, das zwischenzeitlich fast ausgestorben wäre.

Alpaka
© Regina Kaute: Alpaka
   Quelle: pixelio.de

Erst mit der Unabhängigkeit der Staaten Südamerikas erkannte man wieder den Wert des Alpakas. Es wurde wieder gezüchtet, und seine Wolle in alle Welt exportiert. Heute gibt es wieder 3 Millionen Alpakas, vorwiegend im südlichen Peru und dem westlichen Bolivien und Chile.


Auch in Deutschland nimmt die Bedeutung der Alpakas immer mehr zu, ob als Hobbytier oder als Zuchttier. Zuchttiere wurden anfänglich importiert, doch mittlerweile weisen die Alpakas in Deutschland die notwendige Qualität der Faser auf und es gibt die Tendenz, mehr auf Stammbäume zu achten. In Deutschland gibt es derzeit etwa 2000 Alpakas.

Das Alpaka (Vicugna pacos) ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die vorwiegend ihrer Wolle wegen gezüchtet wurde. In Europa wird die Wolle bisher eher in kleinem Rahmen genutzt und der Haus- und Begleittiercharakter der ruhigen und friedlichen Alpakas geschätzt. So werden Alpakas bereits in Deutschland in der tiergestützten Therapie eingesetzt. Es gibt zwei Alpakatypen, das Huacaya und das Suri. Sie unterscheiden sich in der Struktur ihrer Faser: Das Huacaya Alpaka hat eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser (Crimp), und einige möglichst feine Granenhaare (Deckhaare). Das Suri Alpaka hingegen hat keine Kräuselung (Crimp) in der Faser und die Faser bildet gelockte, graden Strähnen, die am Tier herabhängen. Dadurch wirken Suris oft schmaler als Huacayas.

ANATOMIE:

Wie bei allen Kamelen ist der Körperbau der Alpakas durch relativ langgestreckte, schlanke Beine, einen langen, dünnen Hals und einen kleinen, dreieckigen Kopf charakterisiert, wie alle Neuweltkamele haben sie keinen Höcker. Sie sind etwas kleiner als Lamas, mit einem Gewicht von etwa 55 bis 65 Kilogramm aber vor allem deutlich leichter. Die Farben der Tiere reichen von reinweiß über beige zu allen Braun und Rotbrauntönen bis hin zu Grauabstufungen und tiefschwarz. Es gibt ebenfalls mehrfarbige, gescheckte Tiere in vielen Variationen. Die Faser der Tiere sollte einmal jährlich geschoren werden. Die Rohwolle kann dann zu hochwertigem Akpakagarn verarbeitet werden.

FORTPFLANZUNG:

Die Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit zwei Jahren. Nach einer Tragezeit von 11 bis 12 Monaten wird ein Fohlen geboren. In extrem seltenen Fällen gibt es Zwillingsgeburten.

SYSTEMATIK

  • Klasse:
    Säugetiere (Mammalia)
  • Unterklasse:
    Lebendgebärende Säuger (Theria)
  • Teilklasse:
    Plazentatiere (Eutheria)
  • Überordnung:
    (Laurasiatheria)
  • Ordnung:
    Paarhufer (Artiodactyla)
  • Unterordnung:
    Schwielensohler (Tylopoda)
  • Familie:
    Kamele (Camelidae)
  • Gattung:
    Lamas (Lama), (Linné,1758)
  • Art:
    Alpaka (Lama pacos), (Linné,1758)

LITERATUR:

  • Macdonald David (Hg.), Die große Enzyklopädie der Säugetiere, KÖNEMANN in der Tandem Verlag GmbH, Königswinter 2004
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Säugetiere 4, Band 13, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Säugetiere, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001