ANIMALS PLANET - Siebenschläfer


SYSTEMATIK

  • Domäne:
    Eukaryoten (Eukaryota)
  • Ordnung:
    Nagetier (Rodentia)
  • Unterordnung:
    Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
  • Familie:
    Bilche (Gliridae)
  • Unterfamilie:
    Eigentliche Bilche (Glirinae)
  • Gattung:
    Siebenschläfer (Glis)
  • Art:
    Siebenschläfer (Glis glis),

TAXONOMIE

Der Siebenschläfer gehört zur Familie der Bilche (Gliridae). Diese Familie entstand im Eozän vor 55 bis 34 Millionen Jahren. Riesenformen gab es im Pleistozän vor 1.8 Mill. bis 10.000 Jahren.

ANATOMIE:

Er hat große, schwarze Augen, rundliche Ohren, lange Tasthaare und einen buschigen Schwanz. Bilche sind die einzigen Nagetiere die keinen Darm besitzen, ihre Nahrung enthält wenig Zellulose.

GRÖSSE, GEWICHT etc.:

Kopflänge: 16 cm
Schwanzlänge: 13 cm

FELL:

Das Fell ist weich und eichhörnchenänlich, mit buschigem Schwanz.

VERBREITUNG:

Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa bis nach Iran.

LEBENSRAUM:

Der Lebensraum sind Laub- und Mischwälder, am liebsten trockene Eichen- und Buchenwaldungen. Er sucht sich in Baumlöchern, Vogelhäuschen und unter den Dächern von Häusern sein Schlafquartier.

LEBENSWEISE:

Der Siebenschläfer ist ein mausähnliches, nachtaktives Nagetier. Sie sind sind bewegliche Tiere und aufs Klettern eingerichtet. Der Schwanz ist meist buschig und lang. Beim Siebenschläfer, wie auch bei der Haselmaus, Baumschläfer und Gartenschläfer löst sich der Schwanz vom Körper, wenn Feinde oder andere Bilche in ergreifen.

Die vier Zehen der Vorder- und die fünf der Hinterfüße tragen kurze, gebogene Krallen. Ballen bedecken die nackten Fußsohlen. Sie hören ausgezeichnet und besitzen die Fähigkeit zur mannigfachen Lautäußerungen. Der Siebenschläfer ist leicht erregbar und gibt bei Störungen ein Drohsurren, Pfeiflaute und manchmal ein Zähnerattern von sich.

Der Name kommt angeblich wegen seines sieben Monate dauernden Winterschlafes. Der Winterschlaf beginnt Anfang September und geht bis Anfang Mai des nächsten Jahres und somit länger als sieben Monate.

Im Winterschlaf verringert sich die Herzschlagfrequenz auf fünf Schläge pro Minute (normalerweise: etwa 300) und die Körpertemperatur sinkt bis auf 5° Celsius. Zur Vermeidung eines Zelltodes wird der Winterschlaf von kurzen Aufwärm- und Aufwachphasen unterbrochen. Das Wachstum verlangsamt sich. Lange Winter können einen hohen Schaden in der Population verursachen.

FORTPFLANZUNG:

Bilche werden etwa nach einem Jahr geschlechtsreif.

Einen Monat nach dem Erwachen aus dem langen Winterschlaf beginnt die Paarungszeit. Siebenschläfer haben nur einen Wurf im Jahr. Zwischen Anfang August und Mitte September kommen dann normalerweise 2 bis 9 nackte und blinde Junge zur Welt. In den ersten Wochen lernen sie Gerüche zu unterscheiden. Nach ca. 18 Tagen beginnen die Jungtiere zu hören und nach ca. 21 Tagen öffnen sie ihre Augen. Mit 4 - 6 Wochen sind sie dann selbständig. Sie wachsen schnell heran und beginnen dann bis zum nahen Beginn des Winterschlafs feste Nahrung zu sich zu nehmen. Tragzeit: 30 - 32 Tage

FRESSFEINDE:

Zu seinen Feinden gehören Marder, Hauskatzen und größere Eulen.

NAHRUNG:

Siebenschläfer ernähren sich in den Sommermonaten vorwiegend von Pflanzen, Früchte, Samen, Knospen, Rinden, Pilzen und Insekten. Im Herbst bevorzugen sie Nahrung die viel Öl und Fett enthalten, wie Bucheckern, Eicheln, Haselnüsse, Kastanien und andere Samen. Die Umstellung der Ernährung ist ein Teil der Vorbereitung auf den Winterschlaf.

LEBENSERWARTUNG:

In freier Natur 3 bis 6 Jahre.

IUCN-Status:

LR, "gering gefährdet".

ANMERKUNG:

Die Römer mästeten Bilche in einem Raum, dem »Glirarium«, um sie dann zu verzehren.

In Frankreich gibt es die Redewendung "Schlafen wie ein Bilch", entsprechend dem Deutschen "Schlafen wie ein Murmeltier".

Abkürzungen:

Männchen
♂ ♂ Männchen (Mehrzahl)
Weibchen
♀ ♀ Weibchen (Mehrzahl)
ausgestorben, ausgerottet
gefährdet
PK Prachtkleid (Sommer)
SK Schlichtkleid (Winter)
ad. adult (erwachsen)
juv. juvenil (jung)
immat. immatur (heranwachsend)

Einstufungskategorien der IUCN:

  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.