ANIMALS PLANET - Feldhase


Feldhase
© MOdmate: Feldhase auf
   Schiermonnikoog, NL
   Quelle: Wikipedia (de)

SYSTEMATIK

  • Unterklasse:
    Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Überordnung:
    (Euarchontoglires)
  • Ordnung:
    Hasenartige (Lagomorpha)
  • Familie:
    Hasen (Leporidae)
  • Gattung:
    Echte Hasen (Lepus)
  • Art:
    Feldhase (Lepus europaeus ), Pallas 1778

ANATOMIE:

Er hat sehr lange Ohren (Löffel), kurze Vorder- und deutlich lange Hinterbeine. Sein ausgeprägter Geruchssinn ermöglicht ihm so besonders zur Paarungszeit auch die Partnererkennung. Der Feldhase hat einen sehr guten Gehörsinn, jedoch ist sein Gesichtssinn nicht besonders ausgeprägt. Er hat scharfe Nagezähne; die gespaltene Oberlippe (daher rührt auch die Bezeichnung 'Hasenscharte' beim Menschen) erleichtert das Nagen. Grobe Nahrung wird mit den Backenzähnen fein zerrieben.

GRÖSSE, GEWICHT etc.:

Körperlänge: 60 - 75 cm
Gewicht: ca. 5 kg

FELL:

Das Fell hat eine braune bis rotbraune Färbung und bietet eine gute Tarnung.

VERBREITUNG:

Die Heimat des Feldhasen ist Europa. Von S-Schweden, S-Norwegen, S-Finnland, Großbritannien (nach Irland eingeführt) über Türkei bis südlich von N-Irak, Iran und das westlichen Asien (Pakistan, Punjab, W-Sibirien) sowie Nordafrika. Örtlich verbreitet, doch nehmen die Bestände ab.

LEBENSRAUM:

Sein Habitate sind bebaute Steppengebiete, Wäldern und er kommt in den Alpen bis in 1600 m Höhe vor.

LEBENSWEISE:

Der Feldhase ist sehr scheu, nachtaktiv und lebt meistens als Einzelgänger, obwohl der Europäische Feldhase geselliger ist. Männliche Hasen werden Rammler genannt.

FORTPFLANZUNG:

Die Tragezeit beträgt etwa 42 Tage. Ein Wurf kann aus bis zu fünf Jungen bestehen, in der Regel sind es aber zwei oder drei. Die neu geborenen Hasen haben schon ein Fell, können sofort sehen und sich bewegen, weshalb sie man sie auch als Nestflüchter bezeichnet. Die Jungen werden drei bis fünf Wochen lang täglich abends nach Sonnenuntergang und manchmal noch mal morgens gesäugt.

FRESSFEINDE:

Seinen Feinde sind der Fuchs, der Marder, verschiedene Greifvögel und auch der Mensch, vor denen er in der Regel erst im allerletzten Moment flüchtet. Der Hase ist durch sehr flink, macht häufig hohe Sprünge, schlägt Haken. Auf der Flucht erreicht er Geschwindigkeiten von etwa 50 km/h (kurzzeitig sogar bis zu 70 km/h), schlägt dabei 90°-Haken und kann selbst bis zu 3m hoch und 7m weit springen.

NAHRUNG:

Er nimmt Pflanzenkost, hauptsächlich Gräser, Kräuter, Getreide, Kohl, Klee, usw. zu sich.

LEBENSERWARTUNG:

Nur eine Minderheit von Jungtieren überlebt in Freiheit das erste Jahr. Die Lebenserwartung des Feldhasen in freier Natur beträgt etwa 5 Jahre, in Gefangenschaft 6 bis 7 Jahre. Maximale beobachtete Lebensdauer beim Europäischen Feldhasen. 12 Jahre.

ANMERKUNG:

UNTERSCHIED zwischen HASEN und KANINCHEN:

Der Hase wird oft mit dem Kaninchen verwechselt, von dem er sich äußerlich nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch sein rotbraunes Fell (gegenüber graubraun beim Kaninchen) unterscheidet. Auch hat der Hase wesentlich längere Ohren (Löffel) mit schwarz-weißen Spitzen. Der Hase hat lange Hinterläufe (Keulen), so dass sein Laufbild besonders auffällig ist.

Ebenso bei der Fortpflanzung und hinsichtlich der Strategien gegenüber Feinden unterscheiden sich Hasen und Kaninchen voneinander. Während Hasen in der Flucht ihr Glück versuchen und dabei Spitzengeschwindigkeiten bis zu 72 km/h erreichen, suchen die Kaninchen im Gebüsch und in unterirdischen Bauten ihrem Fressfeind zu entkommen.

Hasen sind Nestflüchter (werden also mit Fell und sehend geboren); Kaninchen sind dagegen Nesthocker (nackt und blind). Die Tragzeit bei Hasen beträgt 37 bis 50 Tage und bei Kaninchen 27 bis 30 Tage. Hasen bauen oberirdische Nester, die in der Jagdsprache Lager oder Sasse heißen; Wildkaninchen legen dagegen Erdhöhlen an. Hasen sind in der Regel Einzelgänger, Kaninchen leben in Kolonien.

Abkürzungen:

Männchen
♂ ♂ Männchen (Mehrzahl)
Weibchen
♀ ♀ Weibchen (Mehrzahl)
ausgestorben, ausgerottet
gefährdet
PK Prachtkleid (Sommer)
SK Schlichtkleid (Winter)
ad. adult (erwachsen)
juv. juvenil (jung)
immat. immatur (heranwachsend)

Einstufungskategorien der IUCN:

  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.