CHINESISCHE ZWERGWACHTEL

 
Die Chinesische Zergwachtel (Coturnix chinensis) gehört zur Familie der Fasanartigen (Phasianidae). Wachteln sind die kleinster Hühnervogel der Erde und auch einzigen Zugvögel unter den Hühnern. Sie sind Langstreckenflieger und überwintern in Afrika.
 
In den Mittelmeerländern gilt die Wachtel wegen ihrer Eier und ihres Fleisches als Delikatesse, wodurch ihre Bestände stark abgenommen haben. In Japan wird sie als Eier- und Fleischlieferant gezüchtet. In einigen Ländern, wie z. B. Österreich oder Deutschland, gehört die Wachtel zu den geschützten Arten und erreichen ein Alter von 3 Jahren in der freien Wildbahn und von 5 Jahren als Haustier.

 
SYSTEMATIK:
Wirbeltiere (Vertebrata)
Kiefermäuler (Gnathosomata)
Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Vögel(Aves)
Neuvögel (Neornithes)
Hühnervögel (Galliformes)
Eigentliche Hühnervögel (Galli)
Fasanenartige (Phasianidae), Horsfield, 1821
Feldhühner (Perdicinae)
Eigentliche Wachtel, Erdwachteln (Coturnicini)
Erdwachteln (Coturnix),
Zwergwachtel (Coturnix chinensis),(Linné, 1758)
(Coturnix chinensis chinensis),
(Coturnix chinensis novaeguineae),
(Coturnix chinensis lipida / lepida ???),
(Coturnix chinensis trincutensis),
(Coturnix chinensis palmeri),
(Coturnix chinensis lineata),
(Coturnix chinensis papuensis),
(Coturnix chinensis australis),
(Coturnix chinensis colletti),
(Coturnix chinensis adansonii),

 
STECKBRIEF:
SO-Asien, W-Indien, Indonesien, Philippinen, China, Neuguinea,
NO-Australien
Grasländer, Steppen mit niedrigen Gebüsch, Sumpfgrasland
11 bis 15cm
45g
4 bis 10 Eier
16 bis 18 Tage
Sämereien, Insekten, Ameisenpuppen, Hirse, Hanf, Mohn, Salat

 
Abkürzungen:
  • Männchen
  • ♂ ♂Männchen (Mehrzahl)
  • Weibchen
  • ♀ ♀Weibchen (Mehrzahl)
  • ausgestorben, ausgerottet
  • gefährdet
  • PKPrachtkleid (Sommer)
  • SKSchlichtkleid (Winter)
  • ad.adult (erwachsen)
  • juv.juvenil (jung)
  • immat.immatur (heranwachsend)

 
SYSTEMATIK nach B. GRZIMEK:
Vögel (Aves)
Neuvögel (Neornithes)
Hühnervögel (Galliformes)
Eigentliche Hühnervögel (Galli)
Fasanenartige (Phasianidae), Horsfield, 1821
Feldhühner (Perdicinae)>
Eigentliche Wachtel, Erdwachteln (Coturnicini)
Zwergwachteln (Excalfactoria), (Linné, 1766)
Zwergwachtel (Excalfactoria chinensis), (Linné, 1766)

 
ANATOMIE:
Bei der Chinesischen Zwergwachteln sind die Hennen etwas größer als die Hähne. Die Geschlechter sind bei wildfarbenen Tieren schon auf den ersten Blick zu unterscheiden: der Hahn weist eine deutliche weiße Kielzeichnung auf.
 
Die Hähne haben von Kopf bis Bürzel einen braun-beige gescheckten Rücken. Die Flanken sind graublau und der weinrote Brustbeinbereich hat in der Mitte einen weisen Streifen. Bei den Hähnen ist Kehlzeichnung, Maske genannt, schwarz-weiß. Die Hennen sind beige-braun gescheckt.

 
LEBENSWEISE:
Die Chinesische Zwergwachtel bewohnt offene Grasländer und Steppen mit niedrigen Büschen. Als reine Bodenbewohner suchen die Hühnervögel im Boden durch Kratzen und Scharren nach Insekten und Sämereien. Dabei scharren sie mehr mit ihrem Schnabel als mit ihren Läufen und nehmen oft mit Sandbäder.

 
FORTPFLANZUNG:
Mit Futter im Schnabel beginnt der Hahn die Henne zu locken, er hebt dabei die ihr zugewandte Körperseite und lässt den Flügel der abgewandten Seite hängen. In einer Erdmulde werden vier bis zehn olivbraune, dunkelbraun oder schwarz getupfte Eier, gelegt. Der Hahn wacht über die Brut. Nach sechzehn Tagen schlüpfen die hummelgroßen Küken. Beide Eltern sorgen gemeinsam. Die Zwergwachteln sind ebenso Nestflüchter.

 
NAHRUNG:
Die Chinesische Zwergwachtel ernährt sich von kleinen Insekten, Sämereien, Ameisenpuppen, Hirse, Hanf, Mohn und Salat.

 
HALTUNG:
Die chinesische Zwergwachtel ist außerhalb der Brutzeit ein geselliger, lebhafter Vogel und lässt Mitbewohner der Voliere ihre Ruhe. Die Hähne verhalten sich während der Brutzeit sehr territorial und verteidigen ihr Nest und den Nachwuchs gegenüber anderen Mitbewohner der Voliere. Optimale Mitbewohner wären verschiedene Prachtfinkarten oder Sittiche. Wachteln benötigen einen Boden, in dem sie Scharren können.
 
Sie sind sehr robuste Tiere und stellen keine große Ansprüche. Die chinesische Zwergwachtel benötigen einen bepflanzten, windgeschützten, trockenen und frostfreien Schlafbereich.

 
ZUCHT:
Die chinesische Zwergwachtel lässt sich verhätnismässig einfach züchten. Die vier bis zehn Eier werden an einer geschützten Stelle am Boden der Voliere gelegt. Die Brutzeit beträgt 16 bis 18 Tage. Die Wachtelküken sind Nestflüchter und folgen der Mutter sofort. Nach vier Wochen besorgen sich die Jungen bereits selbst Nahrung.
 
Als Nahrung eignet sich Mischfutter für Exoten und Kanarien, Wildkräuter, Grit und "Magenkiesel" (Kalkbedarf!). Tierische Nahrung, wie z.B. "Insektenpasten" und Getreideschimmelkäferlarven werden zur Brutzeit genommen. Jungtiere lassen sich mit Insekten, tropischen Sämereien und Weichfutter leicht aufziehen.
 
MUTATIONEN:
Es sind verschiedene Mutationen bekannt, z.B. rotbraune, zimtfarbene, rein weiße, bunte Wachtel oder mit "Pastell"-Farben, wie beispielweise grau-pastell, grau-pastell mit »Kuckuckszeichnung«. Weitere bekannte davon sind die Farben Silber, Zimt, Geperlt, Weiß, Schecke, Blaugesicht und Rotbrust.

 
Literatur:
  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000
  • Verhoef-Verhallen Esther, Zier-Vögel Enzyklopädie, Edition Dörfler Nebelverlag GmbH., Eggolsheim

 

 
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