Zwergschwan

 
Der Zwergschwan (Cygnus bewickii) ähnelt im Aussehen und im Verhalten stark dem Singschwan (Cygnus cygnus), er ist der kleinste der europäische Schwäne.

 
Manchmal wird der Zwergschwan auch als Unterart Cygnus columbianus bewickii zum in N-Amerika vorkommenden Pfeifschwan (Cygnus columbianus columbianus)gestellt. (Länge 120 - 150, Flügelspannweite 115 bis 140 cm). Selterner Gast aus N-Amerika. Schnabel ganz schwarz oder, wie auch bei einigen Zwergschwänen, mit kleinem, gelbem Fleck vor dem Auge.

 
SYSTEMATIK:
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neuvögel (Neornithes)
Ordnung: Wasser- und Wehrvögel, Gänse- bzw. Entenvögel (Anseriformes)
Familie: Enten, Gänse, Schwäne (Anatidae)
Unterfamilie: Gänse (Anserinae)
Gattungsgruppe: Schwäne (Cygnini)
Gattung: Echte Schwäne (Cygnus), Linné, 1758
Art: Zwergschwan (Cygnus bewickii)*, Yarrell, 1830
*  Wird in einigen Tierbüchern auch angegeben als: Zwergschwan (Cygnus columbianus)

 
STECKBRIEF ZWERGSCHWAN:
Verbreitung: Russland (Tundra), Irland, Schottland, an den Küsten der östlichen Nordsee und westlichen Ostsee
Lebensraum: arktischen Tundra in sumpfigem Gelände, an seichten Still- und Fließgewässern.
Größe: 115 bis 127 cm
Gewicht: 3,4 bis 8,5 kg
Gefieder: weiß
Flügelspannweite: 180 bis 211 cm
Stimme: Ruf reiner und höher als beim Singschwan, zumeist einsilbig "klä"
Gelege: 4 bis 6 Eier
Legeperiode: k.A.
Brutdauer: ca. 30 Tage
Nahrung: Wasserpflanzen, Klee, Gräsern
Schutzstatus: nicht gefährdet

 
Abkürzungen:
  • Männchen
  • ♂ ♂Männchen (Mehrzahl)
  • Weibchen
  • ♀ ♀Weibchen (Mehrzahl)
  • ausgestorben, ausgerottet
  • gefährdet
  • PKPrachtkleid (Sommer)
  • SKSchlichtkleid (Winter)
  • ad.adult (erwachsen)
  • juv.juvenil (jung)
  • immat.immatur (heranwachsend)

 
ANATOMIE:
Der Zwergschwan ist kleiner, kurzhalsiger und gänseähnlicher als der Singschwan. Die Färbung der Schnabelbasis ist variabel, meist gelb. Gelb grenzt aber immer stumpf gegen das ausgedehnte Schwarz der Spitze. er hat ein weißes Gefieder, schwarze Beine und gelber Schnabelbasis, jedoch ist der Fleck an der Schnabelbasis abgerundet und kleiner.

 
LEBENSWEISE:
Der Zwergschwan ist sowohl tag- und nachtaktiv. Das Brutgebiet liegt in den sumpfigem Geländen der arktischen Tundren Eurasiens und erstreckt sich von der Halbinsel Kola bis nach Ostsibirien, zur Mündung des Flusses Kolyma. Sie bevorzugen seichte Still- und Fließgewässer.
 
Im Herbst fliegen die Zwergschwäne nach Süden und überwintern an der Nordseeküste, in England und Irland. Andere Gruppen von Zwergschwänen sind im Winter am Kaspischen Meer, am Aralsee und in Ostasien zu finden. Außerhalb der Brutzeit sind sie sehr gesellig, während der Brutzeit grenzen sie ihr Revier ab. Er kann ohne Anlauf direkt aus dem Wasser starten.

 
FORTPFLANZUNG:
Im Alter von 3 bis 4 Jahren verpaaren sich die Zwergschwäne für ein ganzes Leben, brüten erst im Alter von 5 bis 6 Jahren. Das Nest wird auf erhöhtem Gelände aus Pflanzenteilen errichtet. Das Weibchen legt 4-6 Eier und die Brutzeit dauert etwa einen Monat. Die Jungvögel sind nach 7 bis 10 Wochen flügge, bleiben aber dann auch noch den ganzen Winter über bei den Eltern.

 
NAHRUNG:
Der Zwergschwan holt die Nahrung (Wasserpflanzen) gründelnd vom Grund seichter Gewässer oder sie ernähren sich von Gräsern, im Winter auch von Kartoffeln und Getreidekörner. Küken fressen anfänglich auch Insekten.

 
Literatur:
  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000

 

 
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