Höckerschwan

 
Schwan - © Helmut Kaltenleitner/pixelio.de
Der Höckerschwan (Cygnus olor) gehört zu den größten, schwersten und flugfähigen heimischen (Wasser-)vögel. Er ist im nördlichen Mitteleuropa, in Süd-Skandinavien, im Baltikum und im Bereich des Schwarzen Meeres beheimatet. In Asien kommt er von Kleinasien bis Nordchina vor.

 
Er wurde gebietsweise in Nordamerika (in der Umgebung von New York und im Bundesstaat Michigan), Südafrika, Australien und Neuseeland eingeführt. Die europäische Population beträgt ca. 45.000 bis 53.000 Paare.

 
SYSTEMATIK:
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neuvögel (Neornithes)
Ordnung: Wasser- und Wehrvögel, Gänse- bzw. Entenvögel (Anseriformes)
Familie: Enten, Gänse, Schwäne (Anatidae)
Unterfamilie: Gänse (Anserinae)
Gattungsgruppe: Schwäne (Cygnini)
Gattung: Echte Schwäne (Cygnus), Linné, 1758
Art: Höckerschwan (Cygnus olor), (Gmelin, 1789)

 
STECKBRIEF HÖCKERSCHWAN:
Verbreitung: Mitteleuropa, S-Skandinavien, im Baltikum, Kleinasien bis N-China
Lebensraum: Teiche, Seen, Flüsse, Küsten und Flussmündungen mit flachem Ufer
Größe: mit ausgesteckten Hals 150 cm
Gewicht: 5,5 bis zu 20 kg
Gefieder: weiß, ♂ wie ♀ gefärbt
Flügelspannweite: 208 - 238 cm
Stimme: meist stumm, gelegentlich zischende bzw. schnarchende Laute
Gelege: 3 - 12 Eier
Brutdauer: 5 Wochen
Nahrung: Wasserpflanzen, Muscheln, Schnecken, Wasserasseln, Gras
Schutzstatus: ungefährdet

 
Abkürzungen:
  • Männchen
  • ♂ ♂Männchen (Mehrzahl)
  • Weibchen
  • ♀ ♀Weibchen (Mehrzahl)
  • ausgestorben, ausgerottet
  • gefährdet
  • PKPrachtkleid (Sommer)
  • SKSchlichtkleid (Winter)
  • ad.adult (erwachsen)
  • juv.juvenil (jung)
  • immat.immatur (heranwachsend)

 
ANATOMIE:
Das Gefieder ist bei ♂♂ und ♀♀ einheitlich weiß. Durch den orangerot gefärbten Schnabel mit schwarzer Schnabelspitze und einen schwarzen Höcker kann er von anderen Schwänen unterschieden werden. Der Höcker ist beim Männchen größer als beim Weibchen. Der Hals wird beim Schwimmen S-förmig gekrümmt. Die Beine sind schwarz gefärbt. Die Jungschwäne haben graubraunes Gefieder und der Schnabel ist fleischfarben und färbt sich erst später orange. Der Höckerschwan kann ein hohes Alter erreichen, 20 Jahre sind keine Seltenheit.

 
LEBENSWEISE:
Diese halbdomestizierten Vögel sind meist Teilzieher. Mitteleuropäische Schwäne bleiben auch im Winter, Höckerschwäne von N-Europa (skandinavische und osteuropäische Population) ziehen im Winter nach Westen und jene aus Zentralasien nach Süden. Sie sind in Europa vor allem nördlich des 46. Breitengrades anzutreffen.

 
Der Höckerschwan lebt auf vielen Teichen, Seen und Flüssen. Nicht domestizierte Vögel leben heute in großen Kolonien an Küsten und Flussmündungen sowie an allen Binnengewässer mit flachem Ufer.

 
FORTPFLANZUNG:
Höckerschwan-Paare binden sich auf Lebenszeit. Zwischen März und Juni liegt die Brutzeit. Das Nest wird von beiden Eltern nahe dem Wasser, auf kleinen Inseln oder im seichten Wasser gebaut. Die drei bis zwölf Eier werden etwa 36 Tage lang vom Weibchen bebrütet und das Männchen hält Wache. Die Jungvögel sind Nestflüchter und werden dann fünf Monate lang bis zum Flüggewerden von den Eltern betreut. Die Höckerschwäne sind während der Brutzeit sehr aggressiv und verteidigen ihr Territorium auch gegen Menschen, dabei stellen sie beim Drohen die Flügel segelartig über den Rücken auf und stoßen Fauchlaute aus.

 
NAHRUNG:
Höckerschwäne fressen Wasserpflanzen, Muscheln, Schnecken, Wasserasseln, Gras.

 
Literatur:
  • Pierandrea Brichetti, Vögel - In Garten, Park und freier Natut, Neuer Kaiser Verlag, Klagenfurt 2002
  • Joseph Forshaw, Vögel - Enzyklopädie der Tierwelt, Orbis Verlag ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH., München 2003
  • Bernhard Grzimek, Grzimeks Tierleben - Vögel 1, Band 7, Lizenzausgabe für Weltbildverlag, Augsburg 2000
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow, Pareys Vogelbuch, Parey Buchverlag Berlin, Berlin - Wien 1996
  • Redaktionsbüro LOOP, Der Brockhaus - Tiere und Pflanzen, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 2001
  • Christopher Perrins (Hg.), Vögel der Welt, BLV Verlagsgesellschaft mbH., München 2004
  • Dr. Hans Petzsch, Urania Tierreich - Vögel, Urania Verlag, Berlin 2000

 

 
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Titel: © FotografInnen
Schwan: Helmut Kaltenleitner / PIXELIO

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