Wolf


Wolf © Peter Reinäcker / pixelio.de
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Hunde (Canini)
Gattung: Wölfe (Canis)
Art: Wolf (Canis lupus), Linnaeus, 1758
 
Ausländische Bezeichnungen:
Englisch: Gray wolf
Französisch: Loup
 
TAXONOMIE
Hunde entstanden in N-Amerika im Eozän vor 55 bis 34 Millionen Jahren. Aus jener Zeit sind fünf fossile Gattungen bekannt. Die Vorfahren aller Raubtiere, den Miacoiden, teilen sie den lang gestreckten Körper und die kurzen Beine. Im Oligozän (vor 34 bis 24 Mill. Jahren) gab es bereits 19 Gattungen und 42 im Miozän (vor 24 bis 5 Mill. Jahren). In der Familie Canidae gibt es 2 Arten in der Gattung Canis. Der Wolf (Canis lupus) und der Rotwolf (Canis rufus). Es gibt bis zu 32 Unterarten.
Haushund, sowie Neuguinea-Dingo und australischer Dingo sind durch Domestizierung entstandene Unterarten des Wolfs.
 
Unterarten:
Haushund (Canis lupus familiaris),

 
Europäischer Wolf, Eurasischer Wolf (Canis lupus lupus),
Europa, Skandinavien, Russland, China, Mongolei, Himalaya, Wälder von Europa und Asien, mittelgroß mit kurzem, dunklem (graubraunes) Fell, die am weitesten verbreitete Unterart Europas und Asiens, geschätzte Anzahl: 100.000, IUCN-Status: nicht gefährdet
 
Steppenwolf (Canis lupus campestris),
Steppen und Wüsten Zentralasiens, klein, mit kurzem, groben, graubraunem Fell.
 
Russischer Wolf (Canis lupus communis),
Zentral-Russland, sehr große Unterart, IUCN-Status: nicht gefährdet, rückläufig
 
Tundrawolf (Canis lupus albus),
Nördliches Russland, Sibirien, groß mit langem, hellen (cremeweiß oder grau) Fell. IUCN-Status: nicht gefährdet.
 
Alaska-Tundrawolf (Canis lupus tundrorum),
N-Amerika, groß mit langem, hellen Fell.
 
Amerikanischer Grauwolf, Timberwolf (Canis lupus lycaon),
Einst in N-Amerika (SO-Kanada und östliche USA) häufig, jetzt nur noch in dünn besiedelten Gebieten,
???? klein, meist graues Fell.
oder
größte sehr variable Fellfarbe von weiß bis schwarz, meist jedoch braun, IUCN-Status: gefährdet.
 
Nebraskawolf, Büffelwolf (Canis lupus nubilus),
Er folgte früher in N-Amerika (südliche Rocky Mountains, Mittlerer Wseten, O- und NO-Kanada, südwestlichstes kanada und SO-Alaska) den großen Bisonherden durch die Prärie.
??? Seine Fellfarbe war schwarz bis weiß, er gilt inzwischen als ausgestorben.
oder
??? mittelgroß meist grau, schwarz, gelbbraun oder rötlich, die häufigste Unterart in USA, IUCN-Status: nicht gefährdet.
 
Mexikanischer Wolf (Canis lupus baileyi), Nelson & Goldman 1929
Zentral-Mexiko, West-Texas, südliches Neu Mexiko und Arizona, kleinere Unterart, meist gelbbraun oder rostfarben, 1998 in Arizona wieder eingeführt, Anzahl der wildlebenden Tiere: 35 - 50, in Gefangenschaft leben etwa 300, IUCN-Status: vom Aussterben bedroht und geschützt
 
Mackenzie-Wolf (Canis lupus occidentalis),
Alaska, nördliche Rocky Mountains, W- und Zentralkanada, sehr große Unterart, meist schwarz oder ein gemischtes grau oder braun, allerdings ist das gesamte Farbspektrum vertreten, Vertreter dieser Unterart wurden 1995 im Yellowstone-Nationalpark und in Idaho wiedereingeführt, IUCN-Status: nicht gefährdet
 
Polarwolf, Weißwolf (Canis lupus arctos), Pocock, 1935
Kanadische Arktis und Grönland, mittelgroß weiß oder cremeweiß, mit langem Fell, selten zu sehen, IUCN-Status: nicht gefährdet
 
Italienischer Wolf (Canis lupus italicus), Altobello 1921
Italienische Halbinsel, mittelgroß; Färbung variabel, IUCN-Status: stark gefährdet und geschützt
 
Kaspischer Wolf (Canis lupus cubanensis),
Zwischen Schwarzem und Kaspischen Meer, relativ klein; als Schädling verfolgt, stark gefährdet, rückläufig
 
Hokkaido-Wolf (Canis lupus hattai),
Japanische Insel Hokkaido, kleinere Unterart, gilt als die kleinste bekannte Unterart; 1905 durch Tollwut und menschliche Ausrottungsversuche ausgestorben, IUCN-Status: ausgestorben
 
Honshu-Wolf (Canis lupus hodophilax),
Japanische Inseln Honshu, Shikoku und Kyushu, 1889 aufgrund von Nachstellungen mit Gift ausgerottet, IUCN-Status: ausgestorben
 
Indischer Wolf (Canis lupus pallipes), Sykes, 1831
Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien, sehr kleine Unterart, typischerweise gelbbraun, sandfarben, oder rötlich mit sehr kurzem, dichten Fell, als Schädling verfolgt, IUCN-Status: stark gefährdet, rückläufig n
 
Arabischer Wolf (Canis lupus arabs), Pocock, 1934
Saudi-Arabien, Jemen, Oman, eine sehr kleine Unterart; normalerweise braun mit kurzem Fell; wird als Schädling verfolgt, selten zu beobachten, IUCN-Status: vom Aussterben bedroht, rückläufig
 
Ägyptischer Wolf (Canis lupus lupaster), Pocock, 1934
Nordafrika, kleine, schlanke Unterart; meist ein silbernes bis meliertes grau oder braun, sehr selten anzutreffen, IUCN-Status: vom Aussterben bedroht
 
Neuguinea-Dingo (Canis lupus hallstrom),
New Guinea Singing Dog, Hallstrom-Hund, Urwalddingo, Singing dog, Chien de Hallstrom, Neuguineahund
Sein Hauptverbreitungsgebiet ist Neu Guinea und Papua-Neuguinea.
 
Australischer Dingo (Canis lupus dingo),
Der Dingo ist ein australischer Wildhund, der von Haushunden abstammt, aber seit Jahrtausenden wieder wild lebt.

 
ANATOMIE:
Wölfe haben einen relativ großen Kopf, breite Stirn und einen längeren Rumpf und einen höheren, aber schmaleren Brustkorb. Die Augen setzen schräg an, die Ohren sind eher kurz. Der buschige Schwanz hat etwa ein Drittel der Körperlänge.
 
GRÖSSE, GEWICHT etc.:
Allgemein:
Körperlänge: 100 - 150 cm
Schulterhöhe: 66 - 100 cm
Gewicht: 12- 80 kg
♂ größer als ♀
 
Lettlands, Weißrusslands, Alaskas und Kanadas:
Kopf-Rumpf-Länge: von bis zu 160 cm
Schulterhöhe: etwa 80 cm
Schwanzlänge: 52 cm
Gewicht: 80 kg
 
Vorderer Orient und Arabische Halbinsel:
Kopf-Rumpf-Länge: 80 cm
Schulterhöhe:
Schwanzlänge: 29 cm
Gewicht: 20 kg
Die ♀ sind um 2 bis 12 % kleiner als die ♂ und 20 bis 25 % leichter.
 
Mitteleuropa:
♂ Körperlänge (einschließlich Schwanz): von im Mittel 119 cm (Extreme 140 - 195 cm)
Schulterhöhe von 70 - 90 cm
♀ eine mittlere Körperlänge von 111 cm (Extreme 97 - 124 cm) Schulterhöhe: von 60 - 80 cm
Männchen aus dem SO-Polens wogen 35 - 67 kg, Weibchen 27 - 50 kg
 
FELL:
Auffällig sind die Farbvarianten. Es gibt weiße, cremefarbene, dunkle, gelbliche, rötliche, graue und schwarze Wölfe. als häufigste Fellfarbe tritt Grau mit schwarzen Tupfen in Erscheinung. Die hellsten Wölfe leben in den arktischen Gebieten. In den gemäßigten Zonen Europas überwiegen graue Wölfe, während es in russland und Nordamerika größere Anteile brauner und schwarzer Tiere gibt. Eine Erklärung f&uur die Variationen gibt es nicht. Dunkle Haare überwiegen auf dem Rücken und dem Schwanz. Der Bauch, Beine und Schnauze sind meist heller gefärbt.
 
VERBREITUNG:
Sie waren früher in ganz Europa verbreitet, wurden jedoch in W- und Mitteleuropa weitgehend ausgerottet. In den Waldgebieten von O-Europa, einige isolierte Gebiete am Mittelmeer, in Kanadas Wildnis, in Russland (Sibirien), in China, der Mongolei und dem Halbwüsten von Iran gibt es noch größere zusammenhängende Populationen.
Die meisten Wölfe leben in Russland und zwar ca. 40.000 bis 60.000 Individuen. In Kanada befinden sich etwa 40.000 Tiere und die Population in Alaska beträgt von etwa 6.000 Tiere. Heute ist der Wolf nur in Rudeln von weniger als 100 Tieren anzutreffen.
 
LEBENSRAUM:
Ihre hohe Anpassungsfähigkeit an verschiedene Klimata lässt Wölfe in einer Vielzahl von Habitaten leben, wie Grasland und Wälder, in der arktischen Tundra, in den Wüsten Nordamerikas und Zentralasiens und führt zur Aus. Dass sie als Waldtiere bekannt sind, liegt daran, dass sie frühzeitig vom Menschen aus offeneren Landschaften vertrieben wurden.
 
LEBENSWEISE:
Wölfe leben und jagen im Rudel. Zum Rudel zählen Eltern, Welpen, Jungtiere früherer Jahres und Verwandte. Die Weibchen sind mit zehn Monaten geschlechtsreif, doch paaren sich die meisten erst ab eien Alter von 22 Monaten. Im Rudel herrscht eine strenge Hierachie. Fü die Sozialstruktur ist die Anzahl der Geschlechter und Alter der Mitglieder abhängig. ♀♀ und ♂♂ bilden getrennte Hierachien. An der Spitze der Hierachie stehen die sogenannten Alpha-Tiere, von denen eines das Rudel anführt. Da Rangpositionen nicht ewig halten, kommt es zur Paarungszeit verstäkt zu Kämpfen.
 
Optische, geruchliche und akustische Signale werden zur Kommunikation verwendet. Aufrechte Rute und aufgestellte Ohren signalisieren zum Beispiel Wachsamkeit aber manchmal auch Aggression.
 
NAHRUNG:
Wöfe jagen vorwiegend Tiere, die größer sind als sie selbst, große Huftiere, wie Bison, Moschusochsen, Karibu, Elch, Hirsch, Rinder, Schafe und Ziegen. Sie können auch Erwachsene Tiere jagen, doch mehr als 60% ihrer Beute sind Jungtiere, alte bzw. schwache Tiere.
Manchmal gewinnen auch Elch, Bison oder der Hirsch diesen Kampf und töten die angreifenden Wölfe.
Kleinere Säugetiere wie Wühlmäuse, Biber und Hasen stehen ebenfalls auf dem Speisplan und je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit ernähren sich die Wölfe auch von Beeren, Aas und Fische. In Kanada fressen die Tiere auch Kleinsäugern und Vögeln. Sie suchen auch auf Müllhalden und in Abfalltonnen in der Nähe von Städten wie z. B. in Italien bzw. Rumänien nach Fressbarem.
 
LEBENSERWARTUNG:
In freier Natur 8 bis 16 Jahre und in Gefangenschaft bis zu 20 Jahre.
 
ANMERKUNG:
Rotwolf (Canis rufpus):
SO-USA, Küstenebenen und Wälder, Gewicht 15 - 30 kg, Größe liegt zwischem Wolf und Kojote. Fell: Zimt- oder lohfarben mit grauen und schwarzen Abzeichen. Fortpflanzung und Lebenserwartung wie beim Wolf.
IUCN-Status: Vom Aussterben bedroht, inzwischen vermutlich in freier Wildbahn ausgestorben.
 

 
Abkürzungen:
  • Männchen
  • ♂ ♂Männchen (Mehrzahl)
  • Weibchen
  • ♀ ♀Weibchen (Mehrzahl)
  • ausgestorben, ausgerottet
  • gefährdet
  • PKPrachtkleid (Sommer)
  • SKSchlichtkleid (Winter)
  • ad.adult (erwachsen)
  • juv.juvenil (jung)
  • immat.immatur (heranwachsend)

 
Einstufungskategorien der IUCN:
  • EX Extinct, ausgestorben: Das letzte Individuum dieses Taxons ist ausgestorben.
  • EW Extinct in the Wild, in freier Natur ausgestorben. Es gibt nur noch Arten dieses Taxons in Menschenobhut (Zoos, Tierparks etc.) bzw. wieder ausgewilderte Tiere
  • CR Critically Endangered, vom Aussterben bedroht. Es ist anzunehmen, dass diese Tierart in unmittelbarer Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • EN Endangered, stark gefährdet: Es besteht die Gefahr, dass das Taxon in naher Zukunft in der freien Natur aussterben wird.
  • VU Vulnerable, gefährdet. Das Taxon läuft mittelfristig Gefahr, in freier Natur auszusterben.
  • LR Low Risk, Geringe Gefährdung. Ein Taxon, das vermutlich bedroht oder gefährdet ist, aber die Kriterien für CR, VU oder EN nicht erfüllt.
    • CD Conservation dependent, von Schutzmaßnahmen abhängig: Taxa, die durch taxon- oder habitatspezifische Schutzmaßnahmen betreut werden, ohne die sie innerhalb von fünf Jahren in eine der oben genannten Kategorien eingestuft werden müssen.
    • NT Near Threatened, Vorwarnliste: Taxa, die nicht in die Kategorie CD fallen, aber selten und möglicherweise bald gefährdet sind und deshalb auf der Vorwarnliste stehen.
    • LC Least Concern, Bestand noch nicht Besorgnis erregend: Taxa, die in keine der beiden eben genannten Kategorien fallen.

 
Das Foto auf dieser Seite stammt von PIXELIO
 
Titel: © FotografInnen
Wolf: Peter Reinäcker / PIXELIO

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