ANIMALS PLANET - Reptile und Lurche des Jahres in Deutschland


Seit 2006 wird das Reptil/der Lurch des Jahres von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e. V. (DGHT) gewählt. Unterstützt wird sie von den österreichischen und schweizerischen Fachverbänden (ÖGH und KARCH) sowie vom NABU Deutschland.
 
Das "Reptil des Jahres" soll abwechselnd mit dem "Lurch des Jahres" gekürt werden. Doch 2007 und 2008 wurden nacheinander zwei Lurcharten nominiert, weil aktuell auf das von der Weltnaturschutzorganisation IUCN und dem Weltzooverband WAZA für 2008 ausgerufene internationale "Jahr des Frosches (Year of the Frog)" reagiert wurde.

2016

Feuersalamander
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
Gattung: Eigentliche Salamander (Salamandra)
Art: Feuersalamander (Salamandra salamandra), (Linnaeus, 1758)
Unterart: Gefleckter Feuersalamander (Salamandra sal. salamandra)
Unterart: Gebänderter Feuersalamander (Salamandra sal. terrestris)
Unterart: (Salamandra salamandra alfredschmidti)
Unterart: (Salamandra salamandra almanzoris)
Unterart: (Salamandra salamandra bejarae)
Unterart: (Salamandra salamandra bernardezi)
Unterart: (Salamandra salamandra beschkovi)
Unterart: (Salamandra salamandra crespoi)
Unterart: (Salamandra salamandra fastuosa)
Unterart: (Salamandra salamandra galliaca)
Unterart: (Salamandra salamandra gigliolii)
Unterart: (Salamandra salamandra morenica)
Unterart: (Salamandra salamandra werneri)
Weitere Bezeichnungen (regionale Mundart):
Erdsalamander, Erdmolch, Feuermolch, Regenmolch, Bergnarr, Wegnarr, Regenmännchen, Gelber Schneider, Regemolli oder Tattermandl. Diese volkstümlichen Namen unterscheiden allerdings teilweise nicht eindeutig zwischen Feuer- und Alpensalamandern.

Feuersalamander
© Jürgen Fälchle | Fotolia.com

2015

Europäische Sumpfschildkröte
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae)
Unterfamilie: (Emydinae)
Gattung: (Emys)
Art: Europ. Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), (Linnaeus, 1758)

>Europäische Sumpfschildkröte
© rbkelle | Fotolia.com

2014

Gelbbauchunke [Bergunke]
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: (Discoglossoidea)
Familie: (Bombinatoridae)
Gattung: Unken (Bombina)
Art: Gelbbauchunke (Bombina variegata), (Linnaeus, 1758)
Unterart: Nominatform (Bombina variegata variegata)
Unterart: (Bombina variegata kolombatovici)
Unterart: (Bombina variegata scabra)

Gelbbauchunke © hfox - Fotolia.com
© hfox | Fotolia.com

2013

Schlingnatter (Glattnatter)
Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Eigentliche Nattern (Natricinae)
Gattung: Glattnattern (Coronella)
Art: Schlingnatter (Glattnatter) (Coronella austriaca), Laurenti, 1768

Schlingnatter ©  Christian Fischer
© Christian Fischer | Wikipedia
   (de)

2012

Erdkröte
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: (Hyloidea)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Echte Kröten (Bufo)
Art: Erdkröte (Bufo bufo), (Linnaeus, 1758)

Erdkröte ©
© Iric | Wikipedia (de)

2011

Mauereidechse
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
Unterfamilie: Echte Eidechsen (Lacertinae)
Gattung: Mauereidechsen (Podarcis)
Art: Mauereidechse (Podarcis muralis), (Laurenti, 1758)

Mauereidechse ©  Manfred Heyde
© Manfred Heyde | Wikipedia (de)

2010

Teichmolch
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
Gattung: (Lissotriton)
Art: Teichmolch (Lissotriton vulgaris), (Linnaeus, 1758)

2009

Würfelnatter
Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Wassernattern (Natricinae)
Gattung: Europäische Wassernattern (Natrix)
Art: Würfelnatter (Natrix tessellata), Laurenti, 1768

2008

Europäischer Laubfrosch
(Hyla arborea), (Linnaeus, 1758)
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: (Hylinae)
Gattung: Laubfrösche (Hyla)
Art: Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)
Unterart: Nominatform (Hyla arborea arborea)
Unterart: Griechischer L. (Hyla arborea kretensis)
Unterart: Portugiesischer L. (Hyla arborea molleri)
Unterart: Krim-L. (Hyla arborea schelkownikowi)
 
Einziger mitteleuropäische Vertreter einer nahezu weltweit verbreiteten Tierfamilie, die mit über 800 Arten zu den formenreichsten innerhalb der Amphibien zählt. Weitere Synonyme im deutschsprachigen Raum für den Laubfrosch sind Wetterfrosch, Heckenfrosch oder Grünrock. Laubfrösche sind dämmerungsaktive Tiere.
 
Die Hautoberfläche ist glatt und die Oberseite ist leuchtend grün gefärbt. Die hellgrüne Hautfarbe entsteht durch Absorption langwelligen Lichts durch dunkle Hautpigmente. Der Bauch ist vorwiegend weiß bis hellgrau. Ein dunkler Streifen zieht sich an den beiden Flanken vom Nasenloch über das Trommelfell bis hinunter zur Hüfte. Dort wölbt er sich nach oben und formt eine sogenannte Hüftschlinge.
 
Laubfrösche verfügen über ein hervorragendes Haft- und Klettervermögen. Sie heften sich dabei mittels Adhäsionskräften der feuchten Bauchhaut sowie der Gliedmaßen-Unterseiten an der jeweiligen Ober-fläche an.
 
Nahrung: Käfer, Fliegen, Mücken, Spinnen, Ameisen, Schmetterlinge und Zikaden.
Fressfeinde:
Larven: Karpfen, Wasser- und Schwimmkäfer, Wasserwanzen (z.B. Skorpions- bzw. Ruderwanzen, Rückenschwimmer etc.).
Frösche: Weißstorch, Grau-, Purpur-, Nacht- und der Rallenreiher und Rabenvögel.
 
Vorkommen: Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Österreich, Benelux-Staaten, Dänemark, S-Schweden, Polen, Weißrussland, die Ukraine bis nach Russland etwa zum Fluss Don. Auf den Britischen Inseln, in den Baltischen Republiken und weitestgehend in Skandinavien fehlt die Art. Die italienischen Laubfrösche werden seit kurzem als eigene Art Hyla intermedia behandelt.
 
Lebensräume: Fischfreie, sonnige Kleingewässer (Tümpel, Weiher, Bracks, zeitweilig überschwemmte Grünlandsenken, Altwässer in Fluss- und Bachauen, Gewässer in Abbaugruben etc.), Gehölzstreifen, Röhrichte, Auwälder, Feldgehölze, sonnige feuchte Niederwälder.
 
Sie teilen sich ihr Habitat mit: Gras-, Moor-, Teichfrosch, Knoblauch-, Erd-, Wechsel-, Kreuzkröte, Kamm-, Teichmolch, Rotbauch- und Gelbbauchunken.
 
Schutzstatus und Rote-Liste-Einstufungen
Deutschland: [2] stark gefährdet;
Österreichs: VU (entspricht: gefährdet)
Schweiz: EN (entspricht: stark gefährdet)
 

Europäischer Laubfrosch © Lutz Haberecht / pixelio.de
© Lutz Haberecht | pixelio.de

2007

Knoblauchkröte
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Krötenfrösche (Pelobatoidea)
Familie: Europäische Schaufelfußkröten (Pelobatidae)
Gattung: Europäische Schaufelfußkröten (Pelobates)
Art: Knoblauchkröte (Pelobates fuscus), (Laurenti, 1768)

 
Die dämmerungsaktive Knoblauchkröte ist ein Froschlurch und gräbt sich am Tag mit ihren scharfkantigen, verhornten Auswüchsen an ihren Fußsohlen sehr schnell in lockeren, sandigen bis sandig-lehmigen Boden (Heiden, Binnendünen, Magerrasen, Steppen- und Waldsteppen) ein, wo sie den Tag verbringt.
 
In Mitteleuropa sind sie Bewohner offener Lebensräume der Kultursteppe: Heidegebiete, Sand- und Kiesgruben, Industrie- und Ackerbrachen, militärische Übungsplätze, städtische Parkanlagen und Ödlandflächen. Durchaus häufig sind sie auch auf Spargel-, Kartoffel-, Gemüse- und Maisfeldern mit leichteren Böden, aber auch Wiesen und Weiden, und selbst schwere, grabfähige Lehmböden werden nicht gemieden.
 
Die Laichabgabe erfolgt in den Randbereichen nährstoffreicher, besonnter, pflanzenreicher Gewässer: Weiher, Seen, extensiv bewirtschaftete Teiche, Bruchgewässer, Überschwemmungstümpel von Flüssen oder Grubengewässer, Altwässer. Aufgrund ihrer verborgenen Lebensweise sowie ihrer zerstreuten Verbreitung ist die Art allgemein nur wenig bekannt.
 
Steckbrief: Körperlänge von 60-70 mm. Der Körper ist gedrungen, am großen Kopf fallen die hervortretenden Augen und die helmartige Erhebung entlang der Kopfmitte auf. Die Pupillen sind am Tage senkrecht schlitzförmig, nachts nahezu rund. Ein auffälliges Merkmal ist der bis zu 6 mm lange, gewölbte, scharfrandige Fersenhöcker an den Hinterfüßen. Der Körper zeigt eine Grundfärbung aus Grau- und Brauntönen, worauf ein mehr oder weniger symmetrisches Muster aus hell- bis dunkelbraunen Längsbändern oder Flecken ausgebildet ist. Die weißlich-hellgraue Unterseite kann graue Sprenkel aufweisen. Männchen besitzen auf dem Oberarm eine ovale Schwiele. Weibchen werden im Vergleich mit männlichen Tieren etwas größer.
 
Der namensgebende Knoblauchgeruch, der diesem Froschlurch nachgesagt wird, ist nur bei einer starken Schreckreaktion wahrnehmbar. Das dabei abgegebene Sekret dient der Feindabwehr.
 
Knoblauchkröten sind vorwiegend Insektenfresser. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Käfern, Feldgrillen, Heuschrecken und glatten Raupen, aber auch Asseln, kleinen bis mittelgroßen Schnecken und Regenwürmern.
 
Als wichtigste Fressfeinde gelten Waldkauz, Mäusebussard, Schwarzmilan und Schleiereule bzw. Säugetieren wie Spitzmäusen und Wildschweine (für adulte Kröten), die Stockente beim Vertilgen von Laich und Larven, Reiher, Störche und Greifvögel (Kaulquappen und adulte Kröten).
 
Zu den Verwandten der Knoblauchkröte, von der nur eine isoliert in der italienischen Po-Ebene vorkommende Unterart beschrieben ist, Pelobates fuscus insubricus, gehören noch drei weitere Arten in Eurasien sowie im nordwestlichen Marokko: Spanischer Messerfuß (Pelobates cultripes), Syrische Schaufelfußkröte (Pelobates syriacus) und Marokkanische Schaufelfußkröte (Pelobates varaldii).
 
Verbreitung: das Tiefland Mittel- und Osteuropas. (Ostgrenze von Frankreich [Rheingebiet] und im Osten der Niederlande, Nordgrenze Dänemark und Estland, Ostgrenze bis nach Kasachstan und im Süden bis nach Oberitalien, Nordserbien und Bulgarien.
 
Schweiz: gilt als ausgestorben bzw. ungewisser Status.
Österreich: selten; in Wien, in Oberösterreich, in Niederösterreich, in der Steiermark und im Burgenland.
Deutschland: N-Bayern (Fränkische Teichlandschaft), Oberrheinischen Tiefland Baden-Württembergs, S-Hessen nordostdeutsches Tiefland und O-Niedersachsen. Die Knoblauchkröte steht auf der Roten Liste Deutschlands in der Kategorie "stark gefährdet".
Ihr Bestand ist durch die unterschiedlichsten Beeinträchtigungen und Gefährdungen in ihren Wasser- und Landlebensräumen bedroht
 

Knoblauchkröte ©  / pixelio.de
© | pixelio.de

2006

Waldeidechse
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Teilordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
Unterfamilie: Echte Eidechsen (Lacertinae)
Gattung: Waldeidechsen (Zootoca)
Art: Waldeidechse (Zootoca vivipara), (Jacquin, 1787)
 
Die schlank, kurzbeinige Waldeidechse hat einen kleinen, ziemlich abgeflachten Kopf und erreicht eine Gesamtlänge von maximal 18 cm (Kopf-Rumpf: ♂ 6 cm, ♀ 7cm). Die Grundfärbung ist braun, manchmal auch grau und selten schwarz(Schwärzlinge). Die Kehle ist weißlich oder bläulich, der Bauch hell- oder dunkelgelb. Die Jungen sind sehr dunkel und bronzefarben.
 
Nahrung: Spinnen, Hundertfüßern, Heuschrecken, Ameisen, Fliegen, Pflanzenläusen und Zikaden.
Fressfeinde: Schlangen (Kreuzotter und Schlingnatter), verschiedenen Greifvögeln, Mardern und Wildschweinen.
 
Das Verbreitungsgebiet der Waldeidechse ist eurasisch und reicht von NW-Spanien und Irland im Westen bis nach Ostsibirien und zur Insel Sachalin im Osten sowie von der Barentssee und dem Eismeer im Norden bis zur Po-Ebene, Südserbien, Bulgarien und Nordkasachstan im Süden. Sie ist die am weitesten nach Norden vordringende Reptilienart und erreicht am Varanger-Fjord den 70. Breitengrad. Die Höhenverbreitung geht in den Alpen bis 2.200 (3.000) m über NN.
 
Lebensraum: Moore, Heiden, aufgelassene Steinbrüche, Grasfluren und Sandgruben, Dünen sowie Waldflächen und -ränder im Flach-, Hügel- und Bergland besiedelt; dabei werden vegetationsreiche Saumstrukturen, Böschungen und Lichtungen bevorzugt. Die Waldeidechse ist tagaktiv und meist standorttreu.
 
Besonderheit: Waldeidechsen sind in der Regel lebendgebärend (vivipar!). In Südeuropa, etwa in den Pyrenäen und im Zentralmassiv, kommen auch eierlegende Waldeidechsen vor. Die eierlegenden Formen in Süd-Slowenien und einigen Nachbarländern (Unterart Zootoca vivipara carniolica) weichen auch in Hinblick auf die Zahl der Chromosomen von den anderen ab.
 
Rote Liste-Einstufungen
Deutschland: k.A.
Österreichs: NT (Gefährdung droht)
Schweiz: k.A.

Waldeidechse © Jutta Nowack
© Jutta Nowack | pixelio.de